Vier Caves, ein Territorium – Gründung einer Kooperativ-Union im Hérault
Die Vignerons de la Vicomté sind kein einzelnes Weingut, sondern eine Union aus vier Genossenschaftskellereien im Hérault: Les Trois Grappes in Le Pouget, Clochers et Terroirs in Puilacher, die Cave de Saint Bauzille de la Sylve und Les Vignerons de Soubergues in Saint Pargoire. Gegründet 1977 als Union de Coopératives Vinicoles, haben sich diese vier Caves zusammengefunden, um ihre Weine gemeinsam zu vermarkten – vor allem in den Export. Ihr Territorium liegt zwischen Montpellier und Béziers, im historischen Kern des Languedoc, wo Weinbau seit mehr als zweitausend Jahren betrieben wird. Rund 45 Dörfer gehören zum Einzugsgebiet dieser Gemeinschaft, die Rebflächen erstrecken sich über mehr als 7.500 Hektar entlang des Flusses Hérault.
Die Böden sind so vielfältig wie das Hügelbild selbst: kalkreiche Hänge, Flussalluvionen und die charakteristischen Schotterterrassen aus dem Villafranchien wechseln sich ab. Daraus entstehen die Appellationen AOP Languedoc, IGP Pays d'Oc und die IGP Vicomté d'Aumelas – eine territorial klar abgegrenzte, wenig bekannte Herkunftsbezeichnung, die La Vicomté mit Überzeugung vertreten.
Nachhaltigkeit als strukturelle Entscheidung, nicht als Marketingversprechen
Seit den 1980er-Jahren arbeiten die angeschlossenen Winzer gemeinsam an nachhaltigen Anbaumethoden. Das ist kein Bekenntnis der letzten Jahre, sondern gelebte Praxis: 65 Prozent der Rebflächen tragen heute die Zertifizierung HVE3 (Haute Valeur Environnementale), ein Teil der Lagen ist bio-zertifiziert, und Terra Vitis gehört ebenfalls zum Zertifizierungsportfolio. Im Keller kontrollieren die Önologen der Union die gesamte Wertschöpfungskette – von der Traube bis zur Flasche – und gewährleisten so lückenlose Rückverfolgbarkeit.
Seit 2015 läuft zudem ein agrar-ökologisches Programm, das die Winzer beim Wandel ihrer Praxis begleitet: Begrünung der Fahrgassen, Reduktion von Betriebsmitteln, Anlage von Heckenstrukturen im Rahmen des Projekts Biodiv'eau zum Schutz des Wassereinzugsgebiets Laumède. Parallel investiert die Union in klimaresistente Rebsorten – darunter Souvignier Gris, Floréal und Artaban – in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut INRAE in Montpellier. Energieverbrauch und Wasserressourcen werden kooperativ optimiert, überschüssiges Brauchwasser wird aufbereitet und weitergegeben.
Rebsorten-Breite, mediterranes Klima, klarer Stil
Das mediterrane Klima des Hérault bringt viel Sonne, trockene Sommer und Tramontane-Winde, die für gesunde Trauben sorgen. La Vicomté nutzt diese Bedingungen mit einem breiten Rebsorten-Spektrum: Auf der roten Seite stehen Grenache noir, Syrah, Merlot, Cinsault, Carignan und Cabernet-Sauvignon; auf der weißen Chardonnay, Sauvignon blanc, Viognier, Grenache blanc und Clairette. Diese Vielfalt erlaubt sowohl sortentypische Einzelweine als auch komplexe Cuvées. Rund sechs Millionen Flaschen verlassen die Kellereien der Union jährlich – der Großteil davon geht in den Export. Die Weine stehen für Direktheit und Trinkfluss: fruchtig, lebendig, ohne Überschwang – das Ergebnis handwerklicher Önologie, die das Terroir in den Vordergrund stellt statt es zu überformen. Zu unserem Sortiment gehören unter anderem der Réserve du Cochonnet Rosé und ein Pays d'Oc – beide typische Vertreter dieses bodenständigen, südfranzösischen Stils.