Aus Locorotondo in die Welt: die Wurzeln von Nardelli
Hinter dem Namen Nardelli steht Michele Lorusso aus Locorotondo — einer Kleinstadt in der Provinz Bari, die mitten im Herzen der apulischen Hochebene liegt. Nardelli ist keine klassische Einzelkellerei, sondern das Ergebnis einer Partnerschaft zweier verwurzelter apulischer Betriebe: Masseria Tagaro und Agrolio. Aus dieser Verbindung ist ein Weingut entstanden, das die handwerkliche Tradition beider Häuser in einem gemeinsamen Markennamen bündelt — mit dem klaren Anspruch, den Charakter des süditalienischen Südens ins Glas zu bringen.
Locorotondo selbst ist ein Ort, der schon immer vom Weinbau geprägt war. Die umliegenden Hügel tragen sandige und kalkhaltige Böden, die mediterrane Hitze trifft auf Brisen vom Adriatischen Meer. Diese Kombination aus Geologie und Klima ist die stille Grundlage jeder Flasche, die unter dem Nardelli-Label abgefüllt wird.
Tradition trifft Handwerk: wie Nardelli arbeitet
Was Nardelli antreibt, ist die Überzeugung, dass guter Wein in jedem Schritt der Produktion seinen Ursprung trägt. Die Weinberge sind zwischen 15 und 30 Jahre alt — alt genug, um tiefere Wurzeln zu schlagen und konzentriertere Trauben zu liefern, aber noch nicht so alt, dass die Erträge auf ein Minimum schrumpfen. Die Böden wechseln zwischen sandigen und kalkhaltig-tonigen Lagen, was den Weinen je nach Parzelle eine andere mineralische Grundstruktur mitgibt.
Das Sortiment spielt mit dem gesamten Spektrum autochthoner apulischer Rebsorten: Negroamaro und Primitivo bilden den Kern, ergänzt durch Nero di Troia und — in der Appassimento-Cuvée — auch Merlot. Letztere Methode, bei der Trauben vor der Vergärung antrocknen dürfen, steht für eine bestimmte Stilistik: mehr Konzentration, mehr Tiefe, sanftere Tannine bei gleichzeitig höherem Restsüßeanteil.
Kräftige Frucht, klare Herkunft: der Stil der Nardelli-Weine
Die Weine aus dem Nardelli-Sortiment folgen einer wiedererkennbaren Linie: dunkel in der Farbe, fruchtbetont im Ausdruck, mit einer Wärme, die das süditalienische Klima unmittelbar widerspiegelt. Die Cuvées aus Negroamaro und Primitivo — das Kernstück des Angebots — bringen Aromen von Granatapfel, Himbeere und dunkler Beerenfrucht, gestützt von einer lebendigen Fruchtsäure und samtigem Tannin. Die 1976 Gold Edition liegt mit leichter Restsüße jenseits des streng trockenen Spektrums, was ihr eine zugängliche, schmeichelhafte Textur gibt. Die Pink Edition aus denselben Rebsorten setzt auf einen frischen, fruchtbetonten Rosé-Stil mit Noten von Erdbeere und Zitrusfrucht.
Wer einen unkomplizierten, ausdrucksstarken Apulier sucht, der zu Grilltem, würzigen Sugo-Gerichten oder kräftigem Käse passt, ist bei Nardelli richtig. Die Weine stehen nicht für kleinteilige Eleganz, sondern für südliche Direktheit — mit dem warmen roten Boden Apuliens als Referenzpunkt.