Die Domaine · Costières de Nîmes · Frankreich

Michel Gassier

Michel Gassier – das ist kein Winzer, der Wein nur macht. Das ist jemand, der zuhört. Zuhört, was die Erde ihm sagen will.Im südfranzösischen Vauvert, unweit der Camargue, arbeitet Michel Gassier m... Weiterlesen Weniger lesen

Michel Gassier – das ist kein Winzer, der Wein nur macht. Das ist jemand, der zuhört. Zuhört, was die Erde ihm sagen will.

Im südfranzösischen Vauvert, unweit der Camargue, arbeitet Michel Gassier mit einem Terroir, das er nicht beherrschen, sondern verstehen will. Regenerative Landwirtschaft, Aufforstung, lebendige Böden – für ihn kein Trend, sondern Haltung. Der Wein soll klingen wie eine Partitur, die die Natur komponiert hat. Er selbst? Dirigent, nicht Komponist.

Was ins Glas kommt, trägt diesen Geist: lebendig, echt, mit Tiefe.

Caissargues, Costières de Nîmes 2 Produkte
Zum Sortiment
Michel Gassier
Herkunft Costières de Nîmes, Frankreich
Sortiment 2 Produkte
Rebsorten ViognierGrenacheMourvèdre

Über die Domaine Michel Gassier

Fünf Generationen, zwei Güter, ein Terroir

Die Familie Gassier ist seit dem 19. Jahrhundert in der südlichen Rhône verwurzelt und bewirtschaftet das Gut in Caissargues nachweislich seit 1926. Michel Gassier, Winzer in vierter Generation, hat das Familienerbe nicht nur fortgeführt, sondern konsequent erweitert: Neben dem historischen Château de Nages — dem Stammsitz der Familie im Norden der Appellation — gründete er gemeinsam mit seiner Frau Tina das eigenständige Domaine Gassier, dessen Weinberge unmittelbar an die Sümpfe der Camargue grenzen. Ein zweites Gut im Süden der Appellation, mit kalkreichen Böden über Durance-Kieseln, vervollständigt das Mosaik. Heute arbeitet bereits Tochter Isabel als fünfte Generation im Betrieb — nach Stationen in Kalifornien bringt sie frische Impulse aus dem angloamerikanischen Weinbau mit zurück nach Caissargues.

Die Costières de Nîmes, die südlichste Appellation des Rhône-Tals, liegt zwischen Nîmes und der Camargue und teilt ihre Böden mit dem Rest des Rhône-Tals: Die charakteristischen Kiesel- und Rollsteinlagen wurden vom Fluss über Jahrtausende abgelagert. Michel Gassier versteht diesen Zusammenhang als Identitätsfrage — und als Versprechen.

Regenerative Landwirtschaft statt starrer Rezepte

Der Weg zu mehr Nachhaltigkeit verlief bei den Gassiers schrittweise und bewusst. Der Umstieg auf ökologischen Weinbau war ein erster Schritt — aber nicht der letzte. Michel Gassier und Isabel entschieden sich gegen die Zertifizierung nach biodynamischen Standards, weil ihnen deren starre Vorgaben zu wenig Spielraum für individuelle Anpassungen ließen. Stattdessen wählten sie den Ansatz der regenerativen Landwirtschaft, den Isabel während ihrer Zeit in Kalifornien kennengelernt hatte. Das Ziel ist nicht, schädliche Einflüsse zu eliminieren, sondern ein funktionierendes Ökosystem aufzubauen: Nützlinge werden durch gezielte Bepflanzung gefördert, Böden durch Begrünung und Agroforst-Projekte belebt. So wurden auf dem Gut 230 Bäume aus rund 30 verschiedenen Arten gepflanzt, um Biodiversität, Bodenfeuchte und Klimaresilienz der Weinberge langfristig zu stärken.

Im Keller folgt man demselben Prinzip: so wenig wie möglich, zum richtigen Moment. Rote Weine vergären spontan mit Naturhefen, Weißweine werden mit einem Pied de Cuve angesetzt und im Gemisch aus Beton- und Edelstahltanks ausgebaut. Domaine Gassier und Château de Nages gehören zu den ersten Gütern weltweit, die nach dem Standard „Certified Regenerative by A Greener World" zertifiziert wurden.

Syrah, Viognier und die Frische der Camargue

Was in der Flasche landet, trägt das Terroir der Costières deutlich: die Kieselböden geben Struktur, die Meeresnähe und der Einfluss der Camargue sorgen für eine Frische, die man im südlichen Rhônetal nicht überall findet. Syrah spielt in den Rotweinen eine tragende Rolle — die Appellation Costières de Nîmes hat den höchsten Syrah-Anteil aller südlichen Rhône-Appellationen, und das mediterrane Klima mit seinen moderierenden Küstenwinden kommt dieser Rebsorte zugute. Grenache, Mourvèdre und Carignan ergänzen die Blends.

Bei den Weißweinen setzt Michel Gassier auf ein Drittel der Gesamtproduktion — ein klares Bekenntnis zu einer Stilistik, die im Süden selten so konsequent verfolgt wird. Viognier auf kalkreichen Böden, kurze Kältemaische, dann Ausbau teils im Stahltank, teils im Barrique — das Ergebnis ist eine Sorte mit Aprikosen- und Zitrusfrucht, die durch die mineralischen Böden Spannung und Salz bekommt. Die Weißweine des Guts können reifen wie ein guter nördlicher Rhône-Wein. Wer die Côtes du Rhône oder den Embruns de Viognier im Glas hat, bekommt ein ehrliches Bild dieser unterschätzten Ecke Südfrankreichs — lebendig, von Hand gemacht, ohne Effekthascherei.

Das sagen unsere Kunden

Ich kenne sehr viele Viogniers aus Cuvées von der südlichen Rhône. Hier bringen sie einen kräftigeren Beigeschmack zu den Grenache Blancs oder ähnlichem, der nicht jedem liegt. Deshalb wollte ich gerne mal einen 100% Viognier trinken und war sehr positiv überrascht, wie gut, dezent und gleichzeitig elegant der Gassier rüberkam. Trinkempfehlung!
Ulrich H. über Gassier Embruns de Viognier
Sehr fruchtig am Gaumen, aber nicht in Halbtrocken abdriftend. Vollmundig und sehr kräftig für einen CdR in
über Gassier Côtes du Rhône

Schnelle Antworten

Weine, die hören, was das Terroir erzählt

In Vauvert, am Rand der Camargue, arbeitet Michel Gassier mit lebendigen Böden und regenerativer Landwirtschaft – nicht als Trend, sondern als Überzeugung. Seine Weine tragen die Stille und Wildheit dieser Landschaft im Glas: klar, direkt und von echter Tiefe.