Liebe als Gründungsmoment: Wie aus Ahr und Kraichgau eine Zusammenarbeit wurde
Meike Näkel und Markus Klumpp lernten sich in Geisenheim kennen — zwei studiierte Önologen, die aus zwei der bekanntesten Rotweinregionen Deutschlands stammen. Hinter Markus steht das Weingut Klumpp in Bruchsal: 1983 von seinen Eltern Ulrich und Marietta als Quereinsteiger im Hinterhof gegründet, seit 1990 mit eigenem Gebäude am Stadtrand, seit 1996 vollständig auf EcoVin-Weinbau umgestellt. Meike bringt das Erbe von Meyer-Näkel an der Ahr mit — einem Familienweingut, das den deutschen Spätburgunder maßgeblich mitgeprägt hat. Aus dieser Verbindung entstand 2009 ihr gemeinsames Projekt: die Weinlinie „Hand in Hand", die seither beide Welten in einer gemeinsamen GbR vereint.
EcoVin-Weinbau auf Muschelkalk und Löss-Lehm
Das Weingut Klumpp ist Mitglied im EcoVin-Verband und bewirtschaftet seine Lagen im Kraichgau seit 1996 biologisch. Die Rebflächen verteilen sich auf vier Lagen: Rothenberg und Weiherberg bei Bruchsal, Kirchberg in Unteröwisheim und Himmelreich in Zeutern. Der Boden wechselt zwischen Löss-Lehm, Muschelkalk und Buntsandstein — ein Mosaik, das im Glas unterschiedliche Charaktere erzeugt. Seit Markus Klumpp ab 2004 die Kellerarbeit und sein Bruder Andreas ab 2010 die Weinberge übernahmen, haben die beiden die Handschrift des Hauses weiterentwickelt: weniger Eingriff, mehr Herkunft. Die Keller-Investitionen der vergangenen Jahre — darunter Barriquefässer und temperaturgeregelte Edelstahltanks — schaffen die Voraussetzung für präzisen Burgunderausbau auf beiden Ebenen: Stille Weine und Sekte.
Spätburgunder aus zwei Rotweinregionen — und ein Rosé-Sekt mit 15 Monaten Hefelager
Das Sortiment der Linie „Hand in Hand" umfasst einen Spätburgunder, einen Grauburgunder und den Rosé-Sekt aus Spätburgunder-Trauben. Letzterer wächst auf badischen Löss-Lehmböden mit hohem Kalkgehalt, was den Weinen Struktur und aromatische Tiefe gibt. Nach selektiver Handlese werden rund zehn Prozent des Grundweins im Barrique vergoren, der Rest im Stahltank ausgebaut — eine Entscheidung, die Schmelz und Frische in Balance hält. Anschließend reift der Sekt 15 Monate auf der Hefe, deutlich länger als der Minimalstandard, was die cremige Textur und die Tiefe im Abgang erklärt. In der Nase dominieren reife Süßkirschen und ein Hauch Erdbeere; am Gaumen sorgt eine lebendige Säure für Spannung. Meike Näkels Expertise mit Spätburgunder an der Ahr und Markus Klumpps Kenntnis der badischen Böden fließen dabei direkt in jeden Jahrgang ein.