Von drei Kellereien zu einer der größten Kooperativen der Loire
Les Caves de la Loire wurden 1951 in Brissac-Quincé im Herzen des Anjou gegründet. Was als lokale Genossenschaft begann, wuchs über Jahrzehnte durch mehrere Fusionen zu einer der bedeutendsten Kooperativen des gesamten Loiretals. 1968 schlossen sich die Caves de Brissac, de Beaulieu und de Tigné zusammen — ein Schritt, der die Grundlage für die heutige Struktur legte. Später kamen die Caves des vins de Rabelais sowie die Confrérie des vignerons d'Oisly et Thésée hinzu, die 1997 unter dem Dach von Loire Propriétés vereint wurden. Heute bringen rund 160 Winzerfamilien ihre Ernte in die Genossenschaft ein, die Rebflächen verteilen sich auf über 1.600 Hektar — von den Ufern des Pays Nantais bis in die Weinlagen der Touraine rund um Chinon und Oisly.
Präsident ist Régis Alcocer, selbst Winzer in Faye-d'Anjou und von den Mitgliedern in der Generalversammlung gewählt. Dieses genossenschaftliche Prinzip — ein Winzer, eine Stimme — zieht sich durch die gesamte Geschichte der Caves und prägt ihre Entscheidungskultur bis heute.
Nachhaltige Viticultur als Grundsatz, nicht als Marketingversprechen
Les Caves de la Loire tragen zwei externe Zertifizierungen: Agriconfiance und Vignerons en Développement Durable. Letztere ist ein branchenspezifisches Label, das den gesamten Produktionsprozess von der Rebzeile bis zur abgefüllten Flasche auf Nachhaltigkeit prüft. In der Praxis bedeutet das: reduzierter Pflanzenschutzmitteleinsatz, Förderung der Biodiversität auf den Parzellen, optimiertes Verpackungsmanagement und der Einsatz präziser Kellertechnik, wo sie das Ergebnis im Glas verbessert — ohne dass dabei der handwerkliche Ansatz verloren geht. Die Winzer bewirtschaften ihre Parzellen in Anjou-Saumur ebenso wie in der Sologne viticole nach diesen gemeinsamen Grundsätzen. Kellermeister und Winzer arbeiten eng zusammen, damit Jahrgangsbedingungen früh erkannt und im Keller gezielt beantwortet werden können.
Das ganze Spektrum der Loire — vom trockenen Weißwein bis zum Rosé d'Anjou
Das Sortiment der Caves spiegelt die außergewöhnliche Vielfalt des Loiretals wider. Chenin Blanc — die große weiße Leitsorte des Anjou — findet sich trocken vinifiziert ebenso wie als edelsüßer Moelleux aus Appellationen wie Bonnezeaux oder den Quarts de Chaume. Cabernet Franc bildet das Rückgrat der Rotweine, darunter die Lagen rund um Chinon und die Coteaux de l'Aubance. Crémant de Loire ergänzt das Spektrum auf der perlenden Seite. Besonders bekannt ist die Kooperative in Fachkreisen für ihre Rosés: Der Cabernet d'Anjou — halbsüß, aromenstark — und der Rose d'Anjou gehören zu den Kernstücken des Sortiments und werden im renommierten Guide Hachette regelmäßig ausgezeichnet. Alle Cuvées erscheinen unter der Marke Dumnacus Vins de Loire — benannt nach Dumnacus, einem historischen gallischen Anführer des Anjou, der den Weinen eine klare regionale Identität gibt.