Vom Schulhaus in Frenchtown zur Referenzadresse des Walla Walla Valley
L'Ecole N° 41 wurde 1983 von Jean und Baker Ferguson gegründet — als drittes Weingut überhaupt im Walla Walla Valley, noch bevor die Region ihren offiziellen AVA-Status erhielt. Was als Alterssitzprojekt begann, war von Anfang an von einer klaren Überzeugung getragen: dass Washington State das Zeug hat, Weine auf Weltniveau zu erzeugen. Der erste Jahrgang, ein 1983er Merlot, bestätigte diese These früh — er gewann 1986 die einzige Goldmedaille, die die Pacific Northwest Enological Society in jenem Jahr vergab.
Der Name des Weinguts ist kein Zufall. Das historische Frenchtown Schoolhouse, in dem L'Ecole bis heute seinen Sitz hat, wurde 1915 gebaut und gehörte zum Schulbezirk Nr. 41. Der französische Name ehrt die französisch-kanadischen Siedler, die im 19. Jahrhundert als erste Weinreben im Walla Walla Valley pflanzten. Baker Ferguson kaufte das Gebäude 1977 und baute es zum Winery-Domizil um — ein Ort mit Geschichte, der den Charakter des Hauses bis heute prägt. 1989 übernahmen Bakers Tochter Megan und ihr Mann Marty Clubb die operative Leitung, die dritte Familiengeneration — Megans und Martys Kinder Riley und Rebecca — ist heute ebenfalls an Bord.
Terroir zuerst: sanfte Kellertechnik, konsequenter Nachhaltigkeitsweg
Marty Clubb, Managing Winemaker und Mitinhaber, fasst seinen Ansatz in wenigen Worten zusammen: „low impact, soft treatment, minimal treatment". Im Weinberg bedeutet das Kompost und Komposttees statt Herbizide, Deckpflanzen zur Bodenstabilisierung, Pheromonfallen statt Pestizide, Raubvogelstangen und Falknerei zur biologischen Schädlingsregulierung. Beide Eigenbetriebe — Estate Ferguson Vineyard und Estate Seven Hills Vineyard — sind zertifiziert nachhaltig, LIVE-zertifiziert sowie Salmon Safe, was den Schutz angrenzender Gewässer einschließt. Marty Clubb hat zudem die Walla Walla Valley Wine Alliance mitgegründet und über Jahrzehnte die Washington Wine Commission mitgestaltet.
Im Keller setzt L'Ecole auf schonende Extraktion: Die Trauben werden von Hand gelesen, Rotweine in kleinen Tanks per Hand durchgestochen, der Most bewegt sich wo immer möglich durch Schwerkraft — ohne Pumpen, die Tannin und Kerne unnötig beanspruchen würden. Neues Holz wird bewusst zurückhaltend eingesetzt, damit die Charakteristik des jeweiligen Weinbergs im Vordergrund bleibt. Geerntet wird auf Datum des Winemakers: Weißweine in den kühlen Morgenstunden, Rotweine zur wärmeren Mittagszeit.
Bordeaux-Sorten im Columbia-Valley-Terroir — von der Einstiegsebene bis zur Prestige-Cuvée
Das Sortiment dreht sich um die klassischen Bordeaux-Rebsorten, allen voran Cabernet Sauvignon und Merlot, ergänzt durch Sémillon und Chenin Blanc bei den Weißweinen. Stilistisch zieht sich ein roter Faden durch alle Weine: helle Frucht, lebendige Säure, polierte Tannine und ein bewusst zurückgehaltener Holzeinsatz — rund 25 % neues Eichenholz beim Rotwein-Flaggschiff, rund 22 Monate Ausbau. Die drei großen Lagenweine — Apogee von Pepper Bridge, Perigee von Seven Hills und Ferguson vom gleichnamigen Eigenweinberg — beziehen ihre Komplexität aus vier verschiedenen Walla-Walla-Bodentypen: frakturiertem Basalt, eiszeitleichen Schluffen, windverwehtem Löss und den Kieselsteinen der The Rocks District. Wine & Spirits Magazine hat L'Ecole N° 41 siebzehnmal in die Top-100-Weingüter des Jahres aufgenommen; 2014 kürte Decanter den 2011er Estate Ferguson zum besten Bordeaux-Blend der Welt.