Vier Generationen, eine Appellation — die Familie Diffonty in Châteauneuf-du-Pape
Die Wurzeln der Familie Diffonty reichen bis ins Jahr 1673 zurück, als ihre ersten Spuren im Vaucluse, zwischen Orange und Avignon, nachweisbar sind. Damals bauten sie auf ihren Parzellen noch Obst, Gemüse und Oliven an. Den Wandel zum Weinbau vollzog die Familie zu Beginn des 20. Jahrhunderts: 1902 kelterte und flaschte sie erstmals selbst, anstatt die Ernte an Négociants zu verkaufen. 1924 gründete Félicien Désiré Diffonty das Weingut offiziell und beteiligte sich zugleich an der Entstehung des Syndicats von Châteauneuf-du-Pape — jener institutionellen Grundlage, aus der wenig später die heutige AOC hervorgehen sollte. Sohn Félicien jr. führte das Erbe weiter, schuf 1958 den Markennamen Cuvée du Vatican und war über drei Jahrzehnte Bürgermeister von Châteauneuf-du-Pape. Heute leitet Jean-Marc Diffonty, Jahrgang 1972, als vierte Generation das Haus — seit der Übergabe 1993 hat er es grundlegend neu ausgerichtet.
Handarbeit im Weinberg, Parzellendenken im Keller
Jean-Marc Diffonty bewirtschaftet seine Lagen ohne Herbizide und Pestizide, nach den Prinzipien des lutte raisonnée. Seit 1998 kontrolliert er die Erträge systematisch durch gezielte Bodenbearbeitung, konsequentes Ausbrechen und einen Grünen Schnitt — vor allem bei jüngeren Reben, die neben alten Stöcken stehen. Die ältesten Grenache-Reben des Guts wurden 1905 gepflanzt. Das Terroir des Châteauneuf-du-Pape ist vielgestaltig: Sandboden, die charakteristischen Galets roulés (flache Rollkiesel, die tagsüber Wärme speichern und nachts abgeben) sowie roter Ton prägen unterschiedliche Parzellen und fließen als eigenständige Puzzleteile in die Assemblage ein. Bei der Lese greift Jean-Marc Diffonty auf eine manuelle Parzellenauslese mit Lesetisch zurück — sein erklärter Anspruch ist, als Winzer denselben Kontrollblick zu haben wie ein Koch an seiner Anrichte.
2010 vollzog die Familie einen folgerichtigen Markenschritt: Das Weingut, bis dahin unter dem Namen Cuvée du Vatican bekannt, wurde offiziell in Château Sixtine umbenannt. Der historische Markenname Cuvée du Vatican lebt als eigenständiges Négociant-Label für Côtes-du-Rhône-Weine weiter.
Grenache, Garrigue und das Gewicht des Südens — das Sortiment im Überblick
Im Zentrum des Sortiments steht die klassische Rebsorten-Trinität des südlichen Rhônetals: Grenache, Syrah und Mourvèdre für die Rotweine, Roussanne und Clairette für die Weißen. Die Cuvée du Vatican — als Côtes-du-Rhône-Cuvée aus Grenache und Syrah — zeigt das unkomplizierte, zugängliche Gesicht des Hauses: Aromen von Feige und getrockneter Pflaume, Garrigue-Würze aus der Syrah, reife Tannine ohne Druck. Das Château Sixtine hingegen ist das Flaggschiff: eine Châteauneuf-du-Pape-Cuvée aus handverlesenen Einzelparzellen, in kleinen Mengen produziert und mit entsprechendem Tiefgang. Daneben existiert mit dem Manus Dei eine weitere Selektion aus dem Châteauneuf-du-Pape. Das Weißwein-Pendant des Château Sixtine — nur in starken Jahrgängen erzeugt — liefert Aromen von weißem Pfirsich, Orangenblüte und einem Hauch Brioche. Servierempfehlung für die Rotweine: 16–18 °C, gerne eine Stunde dekantiert; klassische Begleiter sind Lammkeule, Wildgeflügel und kräftiger Bergkäse.