Vom Barossa-Erbe nach Langhorne Creek: die Glaetzer-Geschichte
Die Wurzeln von Heartland Wines reichen tief in die australische Weingeschichte. Ben Glaetzer stammt aus einer Weinbaufamilie, deren erste Generation bereits 1888 aus Brandenburg nach Südaustralien einwanderte und in der Barossa Valley sesshaft wurde. Sein Vater Colin war Kellermeister bei Seppelt Great Western, sein Onkel John Glaetzer wurde als Kopf hinter dem Aufstieg von Wolf Blass bekannt – und gewann mit Cabernet Sauvignon aus Langhorne Creek mehrfach den Jimmy Watson Trophy, Australiens renommiertesten Rotweinpreis. Genau dieses Wissen um die stillen Qualitäten der Region gab den Anstoß für Heartland.
Ende der 1990er Jahre begann Ben Glaetzer, die alten Weinberge von Langhorne Creek systematisch zu erkunden, und gründete Heartland 1999 gemeinsam mit Scott Collett, Kellermeister bei Woodstock Wines in McLaren Vale, sowie dem Buchhalter Grant Tilbrook. Der erste Jahrgang erschien 2001. Nick Keukenmeester, ein australischer Weinmarketingfachmann mit internationaler Erfahrung, stieß 2012 als Gesellschafter und Managing Director dazu und übernahm die Mission, Langhorne Creek weltweit bekannt zu machen. Heartland ist dabei bewusst kein Investorenprojekt: Alle Gründer sind aktiv im Betrieb tätig.
Langhorne Creek im Fokus – Weinberg, Keller, Umwelt
Langhorne Creek liegt rund 60 Kilometer südöstlich von Adelaide am Ufer des Lake Alexandrina und ist eine der ältesten kontinuierlich bewirtschafteten Weinregionen Australiens. Die Region beherbergt die ältesten registrierten Cabernet-Sauvignon-Reben der Welt. Heartland bezieht sein Lesegut ausschließlich aus dieser Region und hat den Anbau anderer Herkunftsgebiete konsequent aufgegeben – ein klares Bekenntnis zur terroir-getreuen Arbeit. Die Weinberge liegen auf alten alluvialen Kalksteinböden mit guter Drainage; jeden Nachmittag zieht vom Lake Alexandrina eine kühle Brise über die Lagen, die die Temperaturen spürbar senkt und die Reifezeit der Trauben verlängert.
Gekeltert werden die Trauben nicht vor Ort, sondern in Tanunda im Barossa Valley, wo Ben Glaetzer in der modernen Custom-Crush-Anlage Barossa Vintners arbeitet – ausgestattet mit allem, was für präzise Rotweinbereitung nötig ist. Die geernteten Trauben werden in klimatisierten Transportern dorthin gefahren, um die Qualität auf dem Weg zu erhalten. Im Weinberg selbst setzt Heartland auf Nachhaltigkeit: Das eigene Anwesen in Langhorne Creek ist in die Wiederansiedlung einheimischer Pflanzenarten eingebunden; indigene Bäume, Gräser und Sträucher wurden angepflanzt, um Lebensraum für heimische Tiere zu schaffen. Die Weine sind von Vegan Australia zertifiziert.
Shiraz, Cabernet und die Handschrift eines Weinbauklassikers
Heartland hat sich vollständig auf rote Rebsorten konzentriert. Shiraz und Cabernet Sauvignon bilden das Rückgrat des Sortiments, ergänzt durch Cuvées und Weine, die die kühlklimatische Eigenart von Langhorne Creek herausarbeiten. Der Director's Cut Shiraz war der erste Wein, den Heartland abfüllte, und gilt bis heute als Aushängeschild der Marke – 2025 gewann der Jahrgang 2021 bei der China Wine Competition sowohl den Titel „Wine of the Year Australia" als auch „Shiraz of the Year". Robert Parker zeichnete Ben Glaetzer 2005 als „Wine Personality of the Year" aus; 2007 erzielte Glaetzer mit zehn Goldmedaillen beim Mundus Vini in Deutschland das bis dahin beste Ergebnis eines einzelnen Weinmachers in der Geschichte des Wettbewerbs.
Was Heartland-Weine stilistisch prägt, ist die Verbindung von Reife und Frische: Alte Reben auf mineralischen Böden, verlangsamte Reife durch die Seebrise und sorgfältige Selektion im Keller ergeben Rotweine mit Tiefe und Struktur, die trotzdem nicht schwerfällig wirken. Im Sortiment bei uns findest du neben dem Director's Cut Shiraz den zugänglicheren Heartland Shiraz, die würzige Cuvée Spice Trader sowie den trinkfreudigen Stickleback Red – ein Sortiment, das vom Alltagswein bis zum ernsthaften Keller-Kandidaten reicht.