Von der Madeba-Farm zur Referenzadresse des Cap Classique
1983 kaufte der südafrikanische Unternehmer und Philanthrop Graham Beck das Anwesen Madeba, eine hochwassergeschädigte Farm westlich der Kleinstadt Robertson im Breede-River-Valley. Sein erklärtes Ziel: Schaumwein auf internationalem Niveau, produziert aus südafrikanischem Terroir. Das war kein zufälliger Kauf — bereits in den 1970er Jahren hatte die Region Robertson Aufmerksamkeit auf sich gezogen, weil ihre kalkreichen Böden und das Mikroklima an die Champagne erinnern. Beck ließ den Betrieb von Grund auf neu aufbauen, pflanzte neue Rebflächen und holte 1990 Pieter „Bubbles" Ferreira als Kellermeister ins Team. Die erste Ernte wurde 1991 ausgebaut. Drei Jahre später wurde der Graham Beck Brut beim Amtsantritt Nelson Mandelas als Präsident Südafrikas eingeschenkt — ein Moment, der die Marke dauerhaft in der Geschichte des Landes verankert. Dasselbe geschah 1999 bei Thabo Mbekis Inauguration und 2008 beim Wahlsieg Barack Obamas. Nach dem Tod des Gründers im Jahr 2010 übernahm sein Sohn Antony Beck die Führung des Familienbetriebs, der heute in der dritten Generation geführt wird.
Minimal Intervention und Schutz der Naturvegetation
Das Weingut liegt in einer geologisch bemerkenswerten Übergangszone, an der Stelle, wo zwei tektonische Kontinente einst kollidierten — mit Kalksteinböden, die den Reben natürlichen Stress aufzwingen und so Konzentration in der Frucht erzwingen. Pieter Ferreira, seit 2022 als Chief Operating Officer tätig, und Nachfolger-Kellermeister Pierre de Klerk verfolgen einen Ansatz minimaler Eingriffe: Das Terroir soll im Glas erkennbar bleiben, nicht von der Technik überdeckt werden. Die Beck-Familie arbeitet gezielt mit gleichgesinnten Traubenproduzenten zusammen. 2004 erhielt das Weingut als zweites Haus Südafrikas den WWF Conservation Champion Status. Zwei Jahre später gründete Graham Beck gemeinsam mit Nachbarbetrieben die Rooiberg Breede River Conservancy, die rund 16.000 Hektar des Kap-Florenreichs — einem der artenreichsten Ökosysteme der Erde — unter Schutz stellt. Heute werden für jeden Hektar Weinberg 8,25 Hektar Naturvegetation erhalten. Das Weingut investiert außerdem in Solarenergie, Wasserrecycling und Abfallreduktion.
Chardonnay, Pinot Noir und die Kunst der langen Reife
Graham Beck produziert ausschließlich Méthode Cap Classique — Flaschengärung nach klassischer Champagner-Methode, mit Chardonnay und Pinot Noir als Fundament. Die Kalksteinböden und die kühlenden Brisen des Breede-River-Tals sorgen für eine natürliche Säurestruktur in den Grundweinen, die dem langen Hefelager standhält. Das Sortiment reicht vom zugänglichen Brut NV — mit Aromen von grünem Apfel, weißem Pfirsich und feiner Brioche-Note — über einen Brut Rosé mit Erdbeer- und roter Johannisbeerfrucht bis hin zu Blanc de Blancs aus 100 % Chardonnay und dem Ultra Brut ohne Dosage-Zucker. Das Flaggschiff Cuvée Clive ist ein Jahrgangs-Cap-Classique, der mehrfach als bester Cap Classique Südafrikas ausgezeichnet wurde. Trinktemperatur: 6–8 °C. Die Weine passen zu Austern, gegrilltem Kabeljau, cremigen Risottos oder als Begleitung zu milden Ziegenfrischkäsen.