Seit 1830 an der Lot: Wie die Baldès die Seele von Cahors prägten
Die Geschichte des Clos Triguedina beginnt 1830, als Étienne Baldès die besten Terrassen der Lot-Schleife bei Vire-sur-Lot auswählte und dort seine ersten Malbec-Reben pflanzte. Der Name des Guts geht auf das Okzitanische zurück: Me trigo de dina — „Ich kann es kaum erwarten zu speisen" — eine Redensart, die die Pilger des Jakobswegs prägten, die hier traditionell Rast machten. Jede folgende Generation hat dieses Erbe weitergetragen: René Baldès gehörte zu den Mitgründern des ersten Winzerverbands von Cahors; sein Sohn Jean Baldès installierte 1976 den ersten Edelstahltank der gesamten AOC Cahors und verdoppelte die Anbaufläche des Guts. Jean-Luc Baldès, der das Weingut seit den frühen 1980er-Jahren führt, setzte diese Pionierrolle konsequent fort — und seit dem Sommer 2023 arbeitet seine Tochter Juliette als siebte Generation aktiv mit, um den Familienbetrieb in die Zukunft zu führen.
Terroir, Zertifizierung und handwerkliche Präzision im Keller
Das Weingut bewirtschaftet Reblagen in vier Gemeinden — Puy-l'Évêque, Vire-sur-Lot, Floressas und Touzac — auf der zweiten, dritten und vierten Flussterrasse des Lot. Die Böden wechseln zwischen Ton-Kalkstein und tonig-kieseligem Material, eine Konstellation, die dem Malbec (lokal auch Côt oder Auxerrois genannt) sowohl Struktur als auch aromatische Tiefe gibt. Ein begünstigtes Mikroklima schützte das Gut selbst vor den verheerenden Frösten von 1956, sodass einzelne Parzellen bis heute auf ungewöhnlich alten Reben stehen — die Grundlage für die anspruchsvollsten Cuvées des Hauts. Der Weinberg wird nach den strengen Vorgaben der Haute Valeur Environnementale (HVE) Stufe 3 bewirtschaftet, der höchsten staatlich anerkannten Nachhaltigkeitszertifizierung Frankreichs. Im Keller setzt Jean-Luc Baldès auf schonende Extraktionsverfahren und Reifung in französischer Eiche, um die Tannine zu integrieren und den Charakter des Terroirs in den Vordergrund zu stellen.
Malbec in allen Ausdrucksformen — von zugänglich bis kompromisslos tiefgründig
Das Sortiment spannt einen weiten Bogen. Der Petit Clos und der French Malbec stehen für die zugängliche, fruchtbetonte Seite von Cahors: Rote und schwarze Frucht, lebendige Säure, seidige Tannine — Weine, die ohne lange Wartezeit Freude machen. Der klassische Clos Triguedina verbindet Malbec mit Merlot und Tannat zu einem strukturierten, lagerfähigen Cahors mit Tiefgang und Gleichgewicht. An der Spitze steht der Probus, vinifiziert aus den ältesten Parzellen des Guts — ein 100-prozentiger Malbec, der erstmals von Jean Baldès als „Prince Noir" ausgebaut wurde und heute das maximale Potenzial der Rebsorte auf Lot-Terrassen zeigt: dichte dunkle Frucht, ernsthafter Tanninrahmen, langer Abgang. Daneben experimentiert Jean-Luc Baldès mit dem New Black Wine, einer Hommage an den mittelalterlichen „schwarzen Wein" von Cahors, bei dem ein Teil der Trauben im Dörrverfahren konzentriert wird. Das Gut produziert außerdem trockene Weißweine aus Viognier und Chardonnay, die von den kalkhaltigen Hochplateaus stammen. Wer die Spannbreite von Cahors verstehen will, findet im Sortiment der Famille Baldès dafür nahezu jede Antwort.