Von Verolanuova nach Marsala: die Minini-Familie auf Sizilien
Die Wurzeln von Corte dei Mori liegen in der Lombardei. 1920 gründete Francesco Minini in Verolanuova eine kleine Weinkellerei, kurz nachdem er aus dem Ersten Weltkrieg zurückgekehrt war. Er hatte wenig Geld, aber große Entschlossenheit. Anfang der 1960er-Jahre wurde das Anwesen an neuem Standort komplett wiederaufgebaut. Bis heute sitzt die Kellerei als Cantine Francesco Minini in Verolanuova bei Brescia.
Mario Minini suchte eine neue Herausforderung und fand sie auf Sizilien. In der Nähe von Marsala erwarb er 80 Hektar Land und baute eine alte Poststation zur Kellerei um. So entstand Corte dei Mori, eines von mehreren Weingütern, die die Familie in verschiedenen Regionen Italiens aufgebaut oder übernommen hat.
Lombardische Kellertechnik, sizilianische Reben
Das Weingut verbindet sizilianische Weinbautradition mit der Vinifizierung der Lombardei. Die Reben sind typisch für die Insel: Nero d'Avola, Grillo, Grecanico, Inzolia und Vermentino. Die Trauben für den Vermentino wachsen auf sanften Hügeln im Westen Siziliens bei Marsala, wo eine leichte Meeresbrise weht. Den Grillo liefern die höheren Lagen rund um Marsala.
Vermentino und Grillo vergären im Edelstahltank und reifen danach auf der Flasche. So bleiben Frucht und Frische im Vordergrund. Neben den Weinen aus Corte dei Mori gibt es von Minini auch Appassimento-Weine, bei denen Trauben vor der Vergärung angetrocknet werden. Auf Sizilien sind das ein Syrah und ein Nero d'Avola aus der Tank-Linie.
Frischer Vermentino, würziger Nero d'Avola
Das Sortiment von Corte dei Mori umfasst Vermentino, Grillo, Grecanico-Inzolia, einen Rosato und Nero d'Avola. Der Vermentino Et. Blu hat 13 % vol und rund 6 g/l Säure. Er duftet nach Aprikose, Pfpfirsich und weißen Blüten, dazu kommen ein Hauch Vanille und Kräuter. Am Gaumen wirkt er strukturiert und frisch, der Abgang ist leicht mineralisch. Serviere ihn gut gekühlt zu gegrilltem Fisch oder mediterranen Salaten.
Der Nero d'Avola der Linie zeigt sich tiefrubinrot, mit Aromen von Brombeere, Sauerkirsche und Pfeffer, dazu eine Spur Eukalyptus. Er ist trocken, seidig im Mund und hat harmonische Tannine. Bei 15 bis 18 °C passt er zu Pasta mit Tomatensauce, zartem Schweine- und Rindfleisch oder mildem Käse. Insgesamt sind es moderne, zugängliche Weine, die die Herkunft deutlich erkennen lassen.