Vom neapolitanischen Adelsgeschlecht zur Referenzadresse des Salento
Im Jahr 1580 verließ Francesco Antonio Zecca Neapel und ließ sich in Leverano nieder — mitten im Salento, dem äußersten Süden Apuliens, zwischen Ionischem und Adriatischem Meer. Die Region war damals Handelsdrehscheibe: Trauben und Fasswein aus dem Salento gingen nach Frankreich, England und Skandinavien, und die Familie Zecca baute sich über Generationen eine der tragenden Rollen in diesem Exportgeschäft auf. Für ihren Beitrag zur Entwicklung der Region wurde ihr 1884 der Grafentitel verliehen — seither trägt jedes Familienmitglied den Namen Conti Zecca. Den Schritt vom Landgut zur Kellerei vollzog Alcibiade Zecca zu Beginn des 20. Jahrhunderts: Er kelterte die ersten Flaschen des Saraceno-Rotweins, benannt nach einem der Familiengüter. In den 1940er Jahren gründete er die moderne Kellerei in Leverano und schuf mit Donna Marzia das erste offizielle Weinetikett des Hauses. Heute führen die vier Brüder Alcibiade, Francesco, Luciano und Mario Zecca — gemeinsam mit Marios Sohn Clemente, der seit 2018 mit an Bord ist — das Weingut in nunmehr vierter bzw. fünfter Generation.
320 Hektar, vier Güter, eine klare Haltung zur Herkunft
Conti Zecca bewirtschaftet rund 320 Hektar Rebfläche, verteilt auf vier Güter mit unterschiedlichen Bodentypen: Cantalupi, Donna Marzia, Santo Stefano und Saraceno. Jeder Standort bringt eigene pedoklimatische Bedingungen mit — das ist keine Marketingformel, sondern die Grundlage dafür, dass das Haus einen breiten Stilfächer aus einem einzigen Territorium herausholt. Im Weinberg gilt das Prinzip minimaler Eingriffe. Clemente Zecca hat diesen Ansatz in den vergangenen Jahren konsequent weiterentwickelt und drei Einzellagen-Cru-Zonen über die Güter hinweg kartiert — ein wichtiger Schritt hin zu mehr terroir-spezifischer Vinifikation. Im Keller verantwortet Önologe Antonio Romano die Stilistik, unterstützt vom Beraterönologen Giorgio Marone — eine Zusammenarbeit, die seit den späten 1990er Jahren besteht und dem Haus internationales Profil gegeben hat.
Negroamaro, Primitivo, Malvasia — Apulien im Glas, ohne Umwege
Das Sortiment von Conti Zecca baut auf den autochthonen Rebsorten des Salento: Negroamaro bildet das Rückgrat vieler Weine und gibt ihnen ihre charakteristische Tiefe und würzige Dunkelheit; Primitivo steht für konzentrierte, sonnendurchdrungene Frucht; Malvasia Bianca und Nera ergänzen das Bild. Internationale Sorten wie Cabernet Sauvignon oder Chardonnay finden sich im Portfolio, werden aber zurückhaltend und als Ergänzung eingesetzt — nie zur Überschreibung des regionalen Charakters. Der Stil ist warm und fruchtbetont, trägt aber immer eine belebende Frische, die dem konstanten Wind zwischen den beiden Meeren geschuldet ist. Mit dem 1998er Nero — einer Cuvée, die im Gambero Rosso 2001 mit drei Gläsern ausgezeichnet wurde — gelang Conti Zecca der internationale Durchbruch und eine Neudefinition dessen, was apulischer Spitzenwein leisten kann. Rund 30 Prozent der Produktion gehen in den Export, vor allem nach Deutschland, in die englischsprachige Welt sowie nach Japan und China.