Von zwei Hektar alter Reben zum Referenzgut für trockenen Bordeaux blanc
Clos Floridène entstand 1982, als Denis und Florence Dubourdieu bei Barsac eine kleine, umfriedete Parzelle kauften. Sie umfasste zwei Hektar alte Sémillon- und Muscadelle-Reben, ein Winzerhaus, einen alten Chai und zwei Hektar Brachland, das sie sofort mit Cabernet Sauvignon bepflanzten. Der Name setzt sich aus den Vornamen der beiden Gründer zusammen.
Durch den Kauf benachbarter Parzellen wuchs das Gut Schritt für Schritt. 1991 kam Château Montalivet mit 13 Hektar dazu. Heute liegen rund 40 Hektar in der Appellation Graves, überwiegend auf dem Kalkplateau von Pujols-sur-Ciron, einzelne Parzellen auf den kiesigen Terrassen von Illats. Denis Dubourdieu lehrte Önologie an der Universität Bordeaux und starb 2016. Seine Söhne Jean-Jacques und Fabrice führen das Gut gemeinsam mit Florence Dubourdieu weiter. Die Familie besitzt in Barsac seit 1924 außerdem Château Doisy-Daëne.
Rote Sande auf Kalk, Handlese und Barriques
Der Boden besteht aus einer dünnen Schicht eisenoxidreicher Tonsande, den „sables rouges du Barsacais“, über porösem Kalkuntergrund. Der Fels begrenzt die Durchwurzelung auf etwa 50 Zentimeter. Er speichert im Sommer Wasser und gibt es später an die Reben ab. Der Weinberg wird im Sinne der „lutte raisonnée“ bewirtschaftet. Die Trauben werden von Hand gelesen, meist in einem Durchgang, bei Bedarf in zwei.
Im Keller trennt das Team Tropfmost und Pressmost strikt und klärt den Most durch natürliches Absetzen. Die Gärung läuft in Eichenbarriques, von denen jedes Jahr ein Viertel erneuert wird. Danach reift der Wein acht bis neun Monate auf der Hefe, die regelmäßig aufgerührt wird. Das passt zur Handschrift des Gründers: Denis Dubourdieu gehörte zu den Ersten, die Weißwein in neuen Barriques vergoren und die Maischestandzeit verlängerten. Der Weißwein entsteht seit der zweiten Ausbaustufe ab 2016 im eigenen Keller des Guts. Zuvor wurde er auf Château Reynon vinifiziert.
Schlank, geradlinig, salzig: der Stil des Clos Floridène Blanc
Der Clos Floridène Blanc ist je nach Jahrgang eine Cuvée aus etwa gleichen Teilen Sauvignon Blanc und Sémillon, dazu ein kleiner Anteil Muscadelle. Im Glas stehen weißer Pfirsich, Zitrone und Grapefruit, dazu leicht geröstete Nuancen vom Fassausbau. Der Sémillon bringt Rundung, der Kalkuntergrund Spannung und eine salzige Note im Abgang. Französische Weinführer beschreiben den Wein als schlank und gerade, ohne Make-up und mit fast kristalliner Klarheit.
Das Gut erzeugt außerdem einen roten Graves, seit 2004 einen Rosé und die Zweitweine unter dem Namen Drapeaux de Floridène. Der Weißwein bleibt aber das Aushängeschild. Serviere ihn bei 11 bis 12 °C, zum Beispiel zu gebratenem Fisch, Meeresfrüchten oder jungem Ziegenkäse.