Sechs Generationen Léglise — Familienbesitz im Herzen von Margaux
Château Le Coteau gehört zu den letzten verbliebenen Familienweingütern der AOC Margaux. Die Familie Léglise bewirtschaftet das Anwesen im Dorf Arsac, westlich des Appellation-Kerns, seit mindestens sechs Generationen — Vater zu Sohn, Erfahrung zu Erfahrung. Noch in den frühen 1980er-Jahren war der Betrieb ein gemischter Landwirtschaftsbetrieb; die konsequente Fokussierung auf den Weinbau kam schrittweise. 1993 übernahm Éric Léglise das Weingut von seinem Vater und setzte damit einen klaren Schnitt: nicht in der Tradition, sondern in der Entschlossenheit, sie konsequenter denn je weiterzuführen.
Die Lage in Arsac ist kein Zufall. Die Parzellen grenzen unmittelbar an namhafte Grands Crus Classés — Château Rauzan-Ségla, Château Giscours, Château du Tertre liegen in Sichtweite. Was die großen Nachbarn teuer verkaufen, genießt Château Le Coteau als Terroir-Privileg: dieselben tiefgründigen Kiesböden, dasselbe milde Médoc-Klima, dieselbe natürliche Drainage.
Éric Léglise — Winzer und Naturforscher auf zwölf Hektar
Éric Léglise bezeichnet sich selbst als «naturalist winemaker». Herbizide und Insektizide kommen auf dem gesamten Betrieb nicht zum Einsatz — das war bei Château Le Coteau nie anders. Statt chemischer Bodenbehandlung setzt Éric auf Begrünung mit einheimischen Wildpflanzen: Zwischen den Reben wachsen Blumen, nisten Vögel, summen Wildbienen. Éric hat auf den zwölf Hektar des Guts knapp 200 Bienenarten identifiziert und katalogisiert — eine Biodiversitätsdichte, die den Weinberg weit über seine Funktion als Produktionsfläche hinaushebt.
Im Keller arbeitet Éric parzellenweise: Rebsorten und Lagen werden getrennt vinifiziert und erst beim Assemblage zusammengeführt. Die Reifung erfolgt in französischen Eichenholzfässern — mit einem dosierten Anteil neuer Barriques, der Struktur gibt, ohne das Terroir zu überdecken. Der Kiesboden, geformt durch die Schmelzwässer der Günz-Eiszeit und angereichert mit Geröllen aus Zentralmassiv und Pyrenäen, liefert dabei die Grundlage: arm, warm, durchlässig — ideal für späte, gleichmäßige Reife.
Cabernet-dominante Margaux-Weine mit klarer Handschrift
Das Rebsortenprofil spiegelt die klassische Médoc-Logik wider: 65 % Cabernet Sauvignon, 25 % Merlot, 8 % Cabernet Franc und 2 % Petit Verdot. Cassis, Brombeere, Veilchen — dazu feine Noten von Zedernholz, Tabak und geröstetem Kaffee. Am Gaumen zeigt sich eine seidene Textur, die für Margaux typisch ist: mittlerer bis voller Körper, fest eingebundene Tannine, langer, frischer Abgang. Im Sortiment finden sich der klassische Grand Vin in Standardflasche und Magnum sowie eine Abfüllung, die das Appellation-Etikett Margaux AOC trägt und die Herkunft des Terroirs in den Vordergrund stellt. Wer nach einem Margaux sucht, der handwerkliche Tiefe mit familiärer Kontinuität verbindet, findet in Château Le Coteau genau das.