Zweitausend Jahre Weingeschichte im Massif d'Uchaux
Fünf Kilometer nördlich von Orange, eingebettet zwischen den Hügeln des südlichen Rhônetals mit Blick auf den Mont Ventoux und die Dentelles de Montmirail, liegt das Château d'Aigueville – ein Anwesen, dessen Weinbaugeschichte zweitausend Jahre zurückreicht. Das Herrenhaus aus dem 19. Jahrhundert steht inmitten der Weinberge nahe dem Dorf Uchaux und gehörte über mehrere Generationen den Familien Arène und Paillone. Heute ist das Château Teil der Schenk Family Holding und wird weinbaulich von der Familie Coulon begleitet – Eigentümer des renommierten Domaine de Beaurenard in Châteauneuf-du-Pape. Diese Verbindung prägt das önologische Profil des Guts bis heute.
Ökologischer Weinbau auf lebendigem Boden
Das Gesamtgut umfasst 100 Hektar Reben, fünf Hektar Olivenhain und 15 Hektar Wald – ein zusammenhängendes Stück Kulturlandschaft, das Weinberge, Kiefern und Garrigue zu einem Ökosystem verbindet. Davon entfallen 37 Hektar auf die Appellation Massif d'Uchaux, womit Château d'Aigueville mit rund 20 Prozent der Fläche der größte Einzelproduzent dieser Teilappellation ist. Der gesamte Betrieb ist nach Ecocert zertifiziert biologisch bewirtschaftet. Das mediterrane Klima mit viel Sonne und kühlenden Winden schafft dabei Bedingungen, unter denen die Reben gesund ausreifen können, ohne auf Hilfsmittel angewiesen zu sein.
Die Böden wechseln je nach Parzelle zwischen Kalkton und Sandstein, bedeckt von alluvialen Kieseln – ein Terroir, das dem berühmten Châteauneuf-du-Pape unmittelbar ähnelt. Auf den roten Tonböden entwickeln die Reben ein besonders aromatisches Profil. Ein unterirdischer historischer Quell dynamisiert laut Gut die Bodenaktivität zusätzlich. Die Parzellen liegen auf Höhen zwischen 100 und 250 Metern und sind durch Garrigue und Olivenhaine voneinander getrennt – Inseln inmitten einer wilden Landschaft.
Saftige Roten, frische Weiße – ein klarer Stil aus dem Süden
Für die Rotweine stehen Grenache, Syrah, Carignan, Mourvèdre und Cinsault. Für die Weißen werden Clairette, Viognier, Grenache Blanc, Roussanne und Bourboulenc angebaut. Der Ausbau je nach Cuvée: Für die Villages-Linie reifen die Weine zu 70 Prozent im Holzfass und zu 30 Prozent im Betonbehälter. Die einfachere Côtes-du-Rhône-Linie wird ausschließlich im Betonbehälter ausgebaut, was dem Fruchtprofil Direktheit und Frische gibt. Das Ergebnis sind Weine, die auf das Terroir des Massif d'Uchaux fokussiert bleiben: rote und dunkle Früchte, Garrigue-Würze aus Thymian, Rosmarin und Lorbeer, dazu eine salzige Finesse im Abgang, die für die Böden dieses Hügelmassivs charakteristisch ist.