Drei Geschwister, ein Familienviñedo — und der Sprung zur Flasche
Bodegas Fontana entstand 1997 in Fuente de Pedro Naharro, einem kleinen Ort in der Provinz Cuenca, rund sechzig Kilometer von Madrid entfernt. Hinter dem Projekt stehen die drei Geschwister Ana, Jesús und Rocío Cantarero, die damals alle um die zwanzig waren und den ererbten Weinberg der Familie in eine ernstzunehmende Bodega verwandelten. Die Cantarreros waren keine Quereinsteiger: Die Familie war seit Generationen tief im Weinbau dieser Gegend verwurzelt. Was fehlte, war der Schritt vom Fasswein zur eigenen Flasche — und den vollzogen sie konsequent. Aus dem einstigen Bulk-Erzeuger wurde innerhalb weniger Jahre ein Betrieb mit eigenem Markenprofil, dessen Weine spanische Spitzensommeliers auf ihre Listen aufnahmen.
Heute vermarktet Fontana seine Weine unter der DO Uclés, einer der kleineren Denominaciones in Kastilien-La Mancha. Die Bodega versteht diese Herkunft als Abgrenzungsmerkmal: Uclés gilt als nördlichste Spitze von Kastilien-La Mancha und beansprucht damit einen eigenen klimatischen und stilistischen Charakter jenseits des großen La-Mancha-Labels.
600 Hektar zwischen Steineichen — und Kontrolle über jeden Schritt
Das Herzstück von Fontana ist die Finca Monte Carbonero: 400 Hektar Rebfläche, durchsetzt mit uralten Steineichen. Die Weinberge liegen auf 700 bis 900 Metern Höhe — eine Höhenlage, die für die DO Uclés charakteristisch ist und das Klima entscheidend prägt. Warme, sonnige Tage wechseln mit kühlen Nächten; diese Temperaturschwankung sorgt dafür, dass die Trauben Reife und Frische gleichzeitig entwickeln. Insgesamt bewirtschaftet Fontana rund 600 Hektar ökologisch angebauter, pestizidfreier Rebfläche. Dritttrauben werden ergänzend zugekauft, aber auch die Partnerwinzer sind verpflichtet, ökologisch zu arbeiten und Ertrags- sowie Bewässerungsgrenzen einzuhalten.
Im Keller arbeitet Fontana mit einem klaren Primat: Investitionen fließen in Weinberg und Kellerarbeit, nicht in repräsentative Architektur. Die Anlage ist modern und technisch gut ausgestattet, aber pragmatisch gehalten. Vinifizierungen laufen nach Parzellen getrennt, Zucker, pH-Wert, Säure und Polyphenole werden je Mikroterroir gemessen, um den Charakter jeder Lage präzise herauszuarbeiten. Reifung findet teils in französischen, teils in amerikanischen Eichenfässern statt — je nach Wein und Linie.
Temperament aus der Höhenlage — Bobal, Tempranillo, Verdejo und mehr
Das Sortiment von Fontana gliedert sich in klar unterschiedliche Linien. Die Mesta-Reihe — darunter der Mesta Verdejo, den du bei uns findest — steht für direkte, sortenreine Frucht ohne Schnörkel: frisch, varietal klar definiert, für den Alltag gedacht. Darüber folgt die Finca-Linie Dominio de Fontana mit fruchtbetonten Cuvées aus Tempranillo, Syrah, Garnacha und weißen Sorten wie Sauvignon Blanc und Verdejo. An der Spitze stehen die Einzellagen-Weine der Quercus-Linie, streng auf Flaschenanzahl begrenzt und ausschließlich aus dem besten Material der Finca. Ergänzt wird das Portfolio durch die experimentellere Ovejas-Reihe, die mit unkonventionellen Sorten und Vinifikationsmethoden — darunter Orangewein mit langer Maischegärung — arbeitet. Was alle Linien verbindet: die Herkunft aus Hochlagen-Uclés, die dem Wein eine Frische mitgibt, die man in dieser Breite Spaniens nicht automatisch erwartet.