Von Andalusien nach La Mancha: Wie der Grupo Sierra Sur eine Bodega neu erfand
Bodegas Campoameno hat seine Wurzeln in Frailes, einem kleinen Ort in der Sierra Sur de Jaén, wo Juan de Dios Gálvez Pérez das Weingut 2008 erwarb und dem Grupo Sierra Sur angliederte. Was als andalusisches Projekt begann, wuchs schrittweise über die Regionsgrenzen hinaus. Im Herbst 2024 übernahm der Grupo Sierra Sur den traditionsreichen Bodegas-Verbund Isidro Milagro — ein Zusammenschluss mit drei Jahrzehnten Geschichte in Kastilien und der Rioja. Dessen Produktionsstandort in Manzanares (Ciudad Real), mitten im Herzen von La Mancha gelegen, sowie drei Bodegas im riojanen Alfaro wurden damit Teil von Campoameno. Der Name Bodegas Isidro Milagro verschwand; der neue Eigentümer taufte alle Standorte unter dem bereits in Jaén etablierten Markennamen zusammen.
Für Juan de Dios Gálvez Pérez war die Übernahme mehr als eine unternehmerische Transaktion. „Wir acogemos este proyecto como uno propio", erklärte er öffentlich — mit dem Respekt vor drei Generationen Winzerfamilie Isidro Milagro im Gepäck und dem klaren Ziel, daraus eine Referenz im spanischen Weinmarkt zu machen.
Drei Regionen, ein Anspruch: Sorgfalt im Weinberg und im Keller
Heute bewirtschaftet Bodegas Campoameno Weinberge in drei der bedeutendsten Weinregionen Spaniens: der Sierra Sur de Jaén, der Rioja und der Mancha rund um Manzanares. In Manzanares selbst kauft das Weingut Trauben von langjährigen Partnerwinzern der Region — Eigenbesitz im Weinberg ist dort kein Dogma, sondern bewusstes Qualitätsprinzip: Vertrauen in bekannte Lagen statt Wachstum um jeden Preis. Insgesamt arbeitet Campoameno mit mehr als einem Dutzend Rebsorten, darunter Tempranillo, Chardonnay, Merlot sowie die autochthonen andalusischen Sorten Jaén Blanca und Jaén Negra.
Im Keller setzt das Unternehmen auf eine Kombination aus handwerklicher Tradition und moderner Technologie. Seit der Übernahme flossen erhebliche Mittel in die Kellerausstattung: Über 200 neue Eichenholzfässer wurden angeschafft, ein Investitionsprojekt von mehr als einer Million Euro umfasst zusätzlich Photovoltaik, Tangentialfilter und eine Abfüllanlage für Dosen. Die IGP Tierra de Castilla rahmt die Weine aus Manzanares klassifikatorisch ein — eine Herkunftsbezeichnung, die dem Weingut Spielraum für rebsortenreine wie auch verschnittbasierte Stile lässt.
Cal y Canto: Der Charakter der Mancha in der Flasche
Das Flaggschiff aus Manzanares heißt Cal y Canto — ein Name, der im Spanischen für Solidität und Beständigkeit steht. Der Tinto auf Tempranillo-Basis zeigt, was die hohe Hochfläche von La Mancha mit ihren extremen Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht zu leisten vermag: intensive Frucht, klare Struktur, ein Rotwein mit Rückgrat ohne Schwere. Beim regionalen Qualitätswettbewerb Fercam 2026 wurde der Cal y Canto 2023 in der Kategorie Rotwein mit Barrique-Ausbau mit einer Bronzemedaille ausgezeichnet — ein erstes öffentliches Signal für den neuen Qualitätskurs unter Grupo-Sierra-Sur-Regie. Neben Cal y Canto produziert Campoameno in Manzanares weitere Linien, die das volle Spektrum der Mancha abdecken: frische Weißweine, leichte Rosados und kräftigere Rotweine für verschiedene Anlässe und Preislagen.