Von Luigi Zanasi bis Marco: vier Generationen zwischen Hügel und Ebene
Die Geschichte der Familie Zanasi beginnt um 1900 in Castelnuovo Rangone, einem kleinen Ort südlich von Modena an den Ausläufern des Apennin. Luigi Zanasi, Landwirt aus Überzeugung, begann damals neben seiner Feldarbeit Wein zu keltern — zunächst in wenigen Holzfässern in einem schlichten Bauernhaus. Sein Sohn Bruno studierte Landwirtschaft, trieb den Betrieb nach dem Zweiten Weltkrieg entschieden voran und erwarb 1978 elf Hektar Land vom Grafen Ranuzzi dei Bianchi aus Bologna. Das war der Grundstein der heutigen Zanasi Società Agricola. Bruno, der das Handwerk bis ins hohe Alter weitergab, ist bis heute die lebendige Referenz für die Familie. Heute führen seine Enkelin Marinella mit Sohn Marco, seiner Frau Mara und Bruder Matteo den Betrieb in vierter Generation weiter.
Weinberg und Keller: wenig Eingriff, viel Geduld
Die Weinberge von Zanasi verteilen sich auf die Hügel- und Ebenenlagen rund um Castelnuovo Rangone und Castelvetro di Modena — genau jene Terroirs, auf denen sich der Lambrusco Grasparossa am überzeugendsten ausdrückt. Die tonreichen Böden geben den Beeren Struktur und Farbtiefe; die Lagen am Apennin sorgen für natürliche Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht. Ein Teil der Weinberge ist biologisch zertifiziert, der Rest nach Integriertem Pflanzenschutz bewirtschaftet; die Erträge bleiben bewusst niedrig. Im Keller gilt das Prinzip minimaler Eingriff: Vergärung in Edelstahl unter Temperaturkontrolle, keine unnötigen Zusätze, um Farbe und Fruchtcharakter der Trauben zu erhalten. Daneben pflegt die Familie seit Generationen eine eigene Acetaia — die Holzfässer für den Aceto Balsamico di Modena reifen nach überlieferten Methoden.
Lambrusco wie er sein soll: trocken, spritzig, mit beerigem Biss
Im Mittelpunkt des Sortiments steht der Lambrusco Grasparossa di Castelvetro DOP — in verschiedenen Stilistiken, vom trockenen Frizzante bis zu Bio-Cuvées wie dem Antica Natura. Die Weine zeigen intensives Rubinrot mit violettem Schaum, Aromen von Sauerkirsche, roten Waldbeeren und einem Hauch Veilchen, dazu eine lebendige Säure und sanfte Tannine, die den Abgang frisch halten. Dazu kommen Lambrusco di Sorbara sowie Pignoletto und Trebbiano — Letzterer liefert auch den Most für den traditionellen Aceto Balsamico di Modena DOP, der mindestens zwölf, in der Spitzenversion 25 Jahre im Holz reift. Zanasi-Weine passen klassisch zur Küche der Emilia: Tigelle, Salumi, Parmigiano Reggiano oder eine schlichte Mortadella — die emilianische Tafel als natürlicher Rahmen.