Von Mealhada in den wilden Douro: Wie Messias Baptista ein Weinimperium aufbaute
Messias Baptista gründete das Unternehmen 1926 in Mealhada, einer kleinen Stadt im Herzen der Bairrada-Region in Zentralportugal. Er leitete die Geschäfte bis 1973 — fast ein halbes Jahrhundert lang — und legte damit den Grundstein für eine Familienstruktur, die bis heute trägt. Seit seinem Rückzug führen seine Nachkommen das Haus weiter, ohne dass sich an der familiären Kontrolle etwas geändert hätte. Der entscheidende Schritt in den Douro gelang 1956, als Messias die Quinta do Cachão erwarb, eine 200-Hektar-Liegenschaft am Ufer des Douro bei Ferradosa im Cima Corgo. Nur zwei Jahre später kam mit der benachbarten Quinta do Rei ein weiteres Weingut hinzu, das zuvor dem Haus Gonzalez Byass gehört hatte. Zusammen bilden diese beiden Liegenschaften heute das Herzstück der Port-Produktion.
Der historische Ursprung der Quinta do Cachão reicht noch weiter zurück: Die Weinberge wurden erstmals 1845 vom Barão do Seixo bepflanzt und wechselten über die Familie Afonso Cabral schließlich in den Besitz von Messias. Was das Unternehmen also übernommen hat, ist kein junges Projekt, sondern über 175 Jahre Rebkultur an einer der anspruchsvollsten Flusslagen Europas.
Eigene Quintas, konsequente Qualitätskontrolle, Abfüllung in Gaia
Das Leitprinzip von Messias ist klar: Wer die Qualität seiner Weine kontrollieren will, muss die Weinberge selbst besitzen. Konsequent hat das Haus über die Jahrzehnte Quintas in den wichtigsten portugiesischen Weinregionen erworben — neben den Douro-Liegenschaften auch die Quinta do Penedo im Dão sowie die Quinta do Valdoeiro in der Bairrada, die allein rund 70 der 160 Bairrada-Hektar ausmacht. Im Douro bewirtschaftet Messias 110 der 200 Hektar mit Reben, ausschließlich auf Schieferböden der Kategorie A — der höchsten Einstufung auf der Douro-Qualitätsskala. Die Weinberge am Hang der Quinta do Cachão, gekrönt von einer kleinen Kapelle der Santa Bárbara, gehören damit zu den am besten klassifizierten Lagen der gesamten Region.
Die Kelterung erfolgt vor Ort in Ferradosa; die Abfüllung des Portweins findet traditionell in Vila Nova de Gaia statt, wo Messias einen eigenen Betrieb mit mehr als 10.000 Quadratmetern unterhält. Dieses Prinzip — Erzeugung im Douro, Ausbau und Versand in Gaia — entspricht der klassischen Arbeitsteilung der großen Portweinhäuser und garantiert die geregelten Reifebedingungen, die oxidative Portweine wie Tawny und Colheita verlangen.
Fünf edle Douro-Sorten, geduldiger Holzausbau, ein breites Tawny-Spektrum
In den Weinbergen der Quinta do Cachão wachsen ausschließlich die fünf klassischen Douro-Rebsorten: Touriga Nacional, Touriga Franca, Tinta Roriz, Tinta Barroca und Tinto Cão. Touriga Franca und Tinta Roriz dominieren das Bild, ergänzt durch die strukturgebende Touriga Nacional. Aus diesem Rebsortenspektrum entstehen Portweine, die für ihre Balance zwischen Fruchttiefe und der durch den Holzausbau gewonnenen Komplexität bekannt sind. Tawny Ports reifen in kleinen Holzfässern, wo der kontrollierte Sauerstoffkontakt die charakteristischen Noten von getrockneten Früchten, Walnuss und Vanille hervorbringt — Merkmale, die bei einem 20- oder 30-jährigen Tawny mit jedem weiteren Jahr im Gebinde ausgeprägter werden. Die Gärung läuft bei kontrollierten Temperaturen, wird durch die Zugabe von Weinbrand unterbrochen und bewahrt so die natürliche Fruchtsüße der Trauben. Im Sortiment von Messias finden sich Tawny Ports verschiedener Altersstufen sowie ein Special Reserve Port — Portweine, die vom geduldigen Handwerk einer fast hundertjährigen Familientradition geprägt sind.