Chablis · Frankreich

La Chablisienne

1923 taten sich 250 Winzerfamilien zusammen. So entstand La Chablisienne, die bedeutendste Winzerkooperative der Region Chablis. Heute bewirtschaften die Mitglieder über 1200 Hektar Weinberge – et... Weiterlesen Weniger lesen

1923 taten sich 250 Winzerfamilien zusammen. So entstand La Chablisienne, die bedeutendste Winzerkooperative der Region Chablis.

Heute bewirtschaften die Mitglieder über 1200 Hektar Weinberge – etwa ein Viertel des gesamten Chablis-Gebiets. Der einzige Star hier ist der Chardonnay.

Die Weine sind knackig, mineralisch und schmecken nach Zitrus und weißen Blüten. Ein Stück lebendige Winzergeschichte, das man getrunken haben muss.

Chablis 10 Produkte 3 prämierte Produkte
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La Chablisienne
Herkunft Chablis, Frankreich
Sortiment 10 Produkte
Rebsorten Chardonnay

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10 Produkte

Petit Chablis, Pas si Petit, La Chablisienne
Chablis 1er Cru, Vaillons, La Chablisienne
Château Grenouilles Chablis Grand Cru in HK
Bio
Petit Chablis Dame Nature
Chablis, Les Vénérables, La Chablisienne
Chablis 1er Cru Grande Cuvée
Chablis, La Sereine, La Chablisienne
Chablis 1er cru, Fourchaume, La Chablisienne
Chablis 1er Cru, Vaulorent, La Chablisienne
Chablis, Le finage, La Chablisienne

Über La Chablisienne

Aus der Not geboren: 1923 schließen sich Chablis-Winzer zusammen

Der Anstoß zur Gründung kam aus der Krise. Phylloxera hatte die Weinberge des Chablis im späten 19. Jahrhundert verwüstet, der Erste Weltkrieg hinterließ wirtschaftliche Erschöpfung, und der Wettbewerb mit billigem Languedoc-Wein drückte die Preise weiter. Am 1. Mai 1923 taten sich die ersten 180 Winzerfamilien zusammen – unter der Führung von Abbé Balitrand, einem Geistlichen, der die Genossenschaftsidee in die Region brachte. So entstand die Société coopérative La Chablisienne, die erste Winzerkooperative der Appellation überhaupt. Eine zweite Struktur, die Cave Chablisienne, kam 1928 hinzu; beide fusionierten 1947 zur heutigen Cave Coopérative La Chablisienne. Was als Zweckbündnis gegen den wirtschaftlichen Absturz begann, ist heute der mit Abstand größte Weinerzeuger der Region: Rund 270 Winzerfamilien bewirtschaften gemeinsam etwa 1.250 Hektar – rund ein Viertel der gesamten Chablis-AOC.

Mostanlieferung statt Fertigwein: eine Entscheidung mit Langzeitwirkung

Bis Mitte der 1950er Jahre lieferten die Mitglieder fertig ausgebauten Wein an die Genossenschaft, die dann Cuvées assemblierte und hauptsächlich an den Großhandel verkaufte. Der Bruch mit dieser Praxis war ein Schlüsselmoment: La Chablisienne entschied, künftig ausschließlich Most – also ungegärten Traubensaft – entgegenzunehmen. Damit lag Vinifikation, Ausbau und Abfüllung vollständig in eigener Hand. Für eine Genossenschaft dieser Größe ist das bis heute ungewöhnlich und erklärt, warum das gesamte Sortiment stilistisch so kohärent wirkt. Der Kellerchef entscheidet, nicht das demokratische Mehrheitsprinzip der Mitglieder: Jeder Winzer hat eine Stimme in Genossenschaftsfragen – aber über Vinifikation, Ausbauzeit und Abfüllzeitpunkt bestimmt das Önologen-Team. Langes Hefelager, Arbeit mit Eichenkontakt bei den Spitzenweinen und das Prinzip, erst dann abzufüllen, wenn der Wein bereit ist, prägen den Ansatz bis heute. Ein weiterer Meilenstein: Château Grenouilles, ein zusammenhängender Besitz von rund 7,2 Hektar im Grand Cru Grenouilles, wurde nach jahrzehntelanger Pacht im Jahr 1999 käuflich erworben – das Herzstück des Grand-Cru-Programms. La Chablisienne deckt zudem sämtliche 17 Gemeinden der Appellation ab und ist damit der einzige Erzeuger, der das vollständige geografische Spektrum des Chablis abbildet.

Kimmeridgian bis Grand Cru: was diese Weine so unverwechselbar macht

Der Boden erklärt alles. Im Chablis dominiert Kimmeridgian-Mergel – eine Wechsellagerung aus Kalk und Ton, durchsetzt mit fossilen Austernschalen der Gattung Exogyra virgula, Überresten eines Jurameeres von vor rund 150 Millionen Jahren. Dieser Untergrund gibt dem Chardonnay seine charakteristische Textur: kühle Zitrusfrucht, weiße Blüten, eine salzige, fast jodige Mineralität im Abgang, die man mit keiner anderen Weinregion verwechselt. La Chablisienne bewirtschaftet Lagen in 13 der wichtigsten Premier-Cru-Gruppierungen sowie in fünf der sieben Grands Crus – von Fourchaume und Vaillons über Vaulorent bis zum selbst besessenen Château Grenouilles. Im Sortiment findet sich das gesamte Qualitätsspektrum der Appellation: unkomplizierte Einstiegsweine wie La Sereine oder Le Finage, die jung und frisch zu trinken sind, bis hin zu Les Vénérables – einem Chablis aus Reben mit hohem Durchschnittsalter, der fünf bis acht Jahre problemlos trägt. Die Premier Crus und Grands Crus entfalten ihre volle Komplexität meist erst nach fünf bis zehn Jahren Kellerruhe. Wer die ganze Breite des Chablis verstehen will – von der knackigen Zitruslinie eines einfachen Chablis bis zur dichten, cremigen Tiefe eines Grand Cru – findet bei La Chablisienne das vollständigste Bild, das ein einzelner Erzeuger dieser Appellation liefern kann.

La Chablisienne –
100 Jahre Chablis aus 1200 Hektar Winzerhand

1923 schlossen sich 250 Winzerfamilien im Herzen des Burgunds zusammen – aus dieser Gemeinschaft entstand La Chablisienne, heute die bedeutendste Kooperative der Appellation. Was damals als Zusammenschluss kleiner Betriebe begann, ist inzwischen ein kollektives Weingut, das rund ein Viertel aller Chablis-Weinberge bewirtschaftet: über 1200 Hektar auf dem charakteristischen Kimmeridge-Kalkstein, der dem Chablis seinen unverwechselbaren Charakter gibt.

Der einzige Rebsorte, die hier zählt, ist der Chardonnay – ungekünstelt, ohne Schminke durch neues Holz, dafür mit allem, was das Terroir hergibt: straffe Säure, Aromen von Zitrusschale, grünem Apfel und weißen Blüten, ein salziger Abgang, der nach einem weiteren Schluck verlangt. Von einfachem Chablis bis zu den Grand Crus wie Les Clos oder Blanchot zeigt die Kooperative, welche Bandbreite diese kleine Appellation bereithält.

Die Weine von La Chablisienne passen zu Austern, Jakobsmuscheln und hellem Fisch – aber auch pur als Aperitif, wenn der Abend noch offen ist. Wer verstehen will, warum Chablis eine eigene Appellation verdient, fängt hier an.