Am Duero-Meander, älter als die Appellation
Dominio Fournier liegt in Berlangas de Roa in der Provinz Burgos, mitten in der Ribera del Duero. Die ersten Reben wurden hier 1960 gepflanzt, gut zwei Jahrzehnte bevor die D.O. 1982 offiziell entstand. Die Bodega selbst wurde 1979 gebaut. Ihre Geschichte verläuft damit parallel zur Entwicklung des Consejo Regulador.
Die Weinberge liegen nicht nur innerhalb der Appellationsgrenzen, sondern direkt am Fluss: in einem natürlichen Meander, der den Duero auf rund zwei Kilometern begleitet. Seit 2020 gehört das Weingut zur Gruppe González Byass, die damit in der Ribera del Duero Fuß fasste.
Flusskiesel, Handlese und jede Parzelle für sich
Der Betrieb bewirtschaftet rund 50 Hektar Tinta del País, so heißt Tempranillo in der Region, verteilt auf 22 Parzellen. Das Durchschnittsalter der Reben liegt über 25 Jahren, einzelne Parzellen sind älter als 60. Die Lagen auf über 800 Metern stehen auf einer Flussterrasse aus Geröll und Kies. Die Böden sind karg und drainieren stark. Das bremst die Wuchskraft der Reben und konzentriert die Trauben. Rund die Hälfte der Stöcke steht im traditionellen Buschsystem (en vaso).
Gelesen wird von Hand in 18-Kilo-Kisten. Selektiert wird im Weinberg und im Keller, die Trauben laufen über einen Verlesetisch und per Förderband in die Tanks, ohne mechanische Belastung. Jede Parzelle wird separat in kleinen Tanks vinifiziert. Die malolaktische Gärung findet in der Barrique statt, mit häufigem Aufrühren der Hefe. Den Ausbau verantworteten bei der Übernahme 2020 die Önologinnen Marian Santamaría und Laura Terrazas.
Tinta del País mit Struktur: Reserva und Crianza
Der Reserva besteht aus 100 % Tinta del País und reift mindestens 18 Monate in Barriques aus französischer Eiche. Der Jahrgang 2020 zeigt reife schwarze Früchte, Toffee, Graphit und einen Hauch schwarzer Lakritze. Am Gaumen wirkt er breit und dicht, mit langem, elegantem Nachhall. Serviere ihn bei 16 bis 18 °C. Er passt zu Rinderbraten, Lamm, Wild, Schmorgerichten oder reifem Käse.
Die Produktion bleibt klein, das Haus spricht selbst von limitierten Mengen und Handarbeit. Neben dem Reserva füllt Dominio Fournier einen Crianza ab. Beide Weine tragen die Handschrift ihrer Herkunft: kräftig und strukturiert, mit der Frische, die der nahe Fluss und die Höhenlage mitbringen.