Von Dänemark nach Jávea: Nicholas Hammekens Blick auf Spanien
Hinter Conde Pinel steht Hammeken Cellars — gegründet 1996 von dem in Dänemark geborenen Nicholas Hammeken, der nach Lehrjahren in Frankreich, Deutschland und Großbritannien an der spanischen Mittelmeerküste landete und dort ein Potenzial erkannte, das er anderswo nicht gefunden hatte. Der Firmensitz in Jávea, auf halbem Weg zwischen Valencia und Alicante, ist kein Zufall: Die Lage erlaubt den Zugang zu nahezu allen großen Weinregionen der iberischen Halbinsel. Seinen ersten Wein brachte Hammeken 2001 unter dem Namen Montgó auf den Markt — heute umfasst das Portfolio 20 Marken aus 18 Appellationen, von Rías Baixas bis Priorat, von Rioja bis Jumilla.
Conde Pinel ist dabei die Castilla-Linie des Hauses — Weine aus der Vino de la Tierra Castilla, dem weitläufigen Plateau im Herzen Spaniens, das mehr als 400.000 Hektar Rebfläche umfasst und damit einen bedeutenden Teil der spanischen Weinwirtschaft trägt.
Alte Reben, kein festes Territorium: die Arbeitsphilosophie von Hammeken Cellars
Das Prinzip ist so klar wie konsequent: keine geographischen Beschränkungen. Ein fünfköpfiges Winzerteam unter der Verantwortung von Kellermeister Marcelo Morales durchstreift Spanien von Andalusien bis Navarra auf der Suche nach alten Reben mit niedrigen Erträgen — nicht gebunden an eine einzige Bodega, sondern frei in der Auswahl der besten Parzellen je nach Jahrgang und Rebsorte. Für die Castilla-Weine bedeutet das: Trauben aus einer Region, in der Klima und Boden die Erträge von Natur aus klein halten. Das Hochplateau mit seinen extremen Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht zwingt die Rebe zur Konzentration — Aromen und Struktur entstehen durch Stress, nicht durch Eingriff im Keller.
Hammeken Cellars hat zertifizierte Bioweine im Portfolio, deren Anteil wächst. Der rechtliche Rahmen läuft über die Vinnico Export S.L., den spanischen Exportarm des Unternehmens.
Tempranillo aus der kastilischen Hochebene: was Conde Pinel ausmacht
Conde Pinel steht für fruchtbetonte, zugängliche Weine aus der VT Castilla — Tempranillo als Kernrebsorte, ergänzt um einen Rosé aus demselben Gebiet. Die roten Weine reifen in Holzfässern, darunter französische Eiche: Daraus entstehen die charakteristischen Noten von Pflaume, schwarzer Kirsche und Sauerkirsche, die durch Röst- und Vanilletöne aus dem Holz ergänzt werden. Die Säurestruktur ist präsent, aber weich — kein kantiger Gutswein, sondern ein Tempranillo, der die Frucht der kastilischen Hochlagen direkt ins Glas bringt. Empfehlung: zu Lammkoteletts vom Grill, Pasta mit Fleischsauce oder einem kräftigen Manchego. Trinktemperatur 16–18 °C.