Vom Berater Ludwigs XIV. zur Familiendomäne Zuger
1697 verkaufte Louise Escousses das Gut an Simon Malescot, Berater König Ludwigs XIV. am Bordeaux Parlament, der dem Château seinen ersten Namen gab. 1827 erweiterte Graf Jean-Baptiste de Saint-Exupéry, Urgroßvater des Schriftstellers und Flugpioniers Antoine de Saint-Exupéry, den Namen um den seiner Familie – so entstand die bis heute gültige Bezeichnung Malescot Saint-Exupéry. In der Klassifikation von 1855 wurde das Gut als eines von vierzehn Troisièmes Crus in Margaux eingestuft.
Nach Jahrzehnten wechselnder Besitzer und schwindender Bedeutung erwarben Paul und Roger Zuger das Château im Juni 1955 – damals nur sieben Hektar groß. Drei Generationen der Familie Zuger haben das Gut seither wiederaufgebaut. 1994 übernahm Jean-Luc Zuger von seinem Vater Roger, heute führt er das Château gemeinsam mit Catherine Zuger.
Semper Ad Altum: Handarbeit im Weinberg, Präzision im Keller
Der Wahlspruch des Hauses, Semper Ad Altum („immer höher hinaus"), steht bis heute auf jedem Etikett. Die Reben wachsen auf Kies-, Kalk- und Tonböden mit eisenhaltigen Ablagerungen, auf sanft geneigten Parzellen im Herzen der Gemeinde Margaux, direkt angrenzend an Château Margaux und Château Rauzan-Ségla.
Seit 1995 begleitet der Önologe Michel Rolland die Weinbereitung. Die Lese erfolgt in Kisten, um die Beeren unversehrt in den Keller zu bringen, die Gärung setzt mit den hofeigenen Hefen an, um die Typizität des Terroirs zu bewahren. Der Ausbau dauert 14 bis 16 Monate in französischen Barriques, zu 80 bis 100 Prozent neu, bevor der Wein ungeschönt und unfiltriert auf die Flasche kommt.
Margaux mit samtiger Textur und Reifepotenzial
Der Grand Vin verbindet Cabernet Sauvignon, Merlot, Cabernet Franc und Petit Verdot zu einem Margaux, der für seine fast burgundisch anmutende, cremige Textur und feine Tannine bekannt ist. Der Zweitwein La Dame de Malescot gibt jüngeren Parzellen und Fässern eine eigene Stimme und zeigt schon früh, wohin sich der Jahrgang entwickelt.
Serviere den Grand Vin bei 16 bis 18 °C, am besten zu Lammrücken, Ente oder gereiftem Rindfleisch – Klassiker, die der Struktur und den samtigen Tanninen des Weins gerecht werden.