Vom mittelalterlichen Herrensitz zur Wiedergeburt unter Philippe Raoux
Die Geschichte des Château d'Arsac reicht bis ins 12. Jahrhundert zurück, als das Gut den Herren von Arsac gehörte. Im 16. Jahrhundert kam es in den Besitz von Thomas de Montaigne, dem Bruder des Philosophen Michel de Montaigne – ein Hinweis auf die Bedeutung, die dem Anwesen über Jahrhunderte zukam. Doch nach der Phylloxera-Krise verfiel das einstmals größte Weingut im Médoc in einen langen Dornröschenschlaf: Als Philippe Raoux das Château 1986 kaufte, standen gerade noch rund vier Hektar Reben, und das Gut diente nach seinen eigenen Worten als Hühnerfarm im industriellen Maßstab.
Was folgte, ist eine der bemerkenswertesten Restaurierungsgeschichten im Bordeaux. Raoux, aus einer Weinhändlerfamilie mit vier Generationen Erfahrung stammend, baute das Anwesen konsequent wieder auf – Weinberg für Weinberg, Appellation für Appellation. Heute umfasst das Gut rund 250 Hektar Gesamtfläche, davon über 100 Hektar bestockte Rebfläche, aufgeteilt auf die Appellationen Margaux und Haut-Médoc. Bemerkenswert dabei: Die Reben schließen sich rund um das Château in einem einzigen zusammenhängenden Block – für ein Anwesen dieser Größenordnung im Médoc eine echte Rarität.
Weinbau, moderner Keller, zeitgenössische Kunst
Im Weinberg setzt das Château seit 2016 das Programm „Zero Pesticide Residue" konsequent um. Die Rebfläche für Château Le Monteil d'Arsac liegt im Haut-Médoc auf kiesig-gravelligen Böden, die dem Wein die typische Struktur und mineralische Präzision des linken Ufers mitgeben. Im Keller bestimmt Präzisionsarbeit den Ton: Vergärung in Edelstahltanks, anschließend zwölf Monate Reifung in französischen Eichenholzfässern, eine Kombination aus neuen und gebrauchten Barriques.
Neben dem handwerklichen Anspruch prägt eine zweite Leidenschaft das Château: Philippe Raoux begann ab 1988 damit, eine umfangreiche Sammlung zeitgenössischer Kunst auf dem Anwesen zusammenzutragen – Skulpturen und Installationen zwischen den Reben, im Keller, im Château selbst. Jedes Jahr kommt ein neues Werk hinzu, sodass das gesamte Gut heute als lebendiges Freilichtmuseum funktioniert. Diese Verbindung aus Terroir und Zeitgeist ist kein Marketing-Konzept, sondern eine seit Jahrzehnten gewachsene Überzeugung.
Haut-Médoc mit Margaux-Präzision: der Stil von Le Monteil d'Arsac
Château Le Monteil d'Arsac ist der Haut-Médoc-Wein des Anwesens – entstanden aus rund 50 Hektar Rebfläche auf der Anhöhe des Monteil-Hügels, dem höchstgelegenen Teil des Guts. Die Cuvée basiert auf Cabernet Sauvignon und Merlot und erhält dieselbe Sorgfalt im Keller wie das Flaggschiff aus der Margaux-Appellation. Das Ergebnis: ein strukturierter Rotwein mit dunkler Beerenfrucht, Noten von Gewürzen und Kaffee, kraftvollen, aber eingebundenen Tanninen und einem langen Abgang. 2020 wurde das Château in die höchste Stufe der Médoc-Klassifikation, Cru Bourgeois Exceptionnel, erhoben – eine von lediglich 14 Châteaux, die diesen Rang tragen.