Ein Second Growth von 1855 und sein zweiter Anlauf
Château Lascombes liegt an einem Hang am Ortseingang von Margaux im Médoc. Es zählt zu den fünf Zweiten Gewächsen der Appellation aus der Klassifikation von 1855. Gegründet wurde das Gut im 17. Jahrhundert. Im 20. Jahrhundert wechselten die Eigentümer mehrfach: 1953 kaufte Alexis Lichine das Château, später folgten Bass Charrington und Colony Capital. Der Ruf des Hauses verblasste in dieser Zeit.
Im Herbst 2022 übernahm die amerikanische Familie Lawrence um Gaylon Lawrence Jr. das Gut. Zu ihrer Gruppe gehören auch Heitz Cellar und Stony Hill in Kalifornien. Für die Familie war Lascombes der erste Schritt in den europäischen Weinbau. Im März 2023 wurde Axel Heinz Winemaker und CEO. Sein Vater stammt aus München, seine Mutter aus Bordeaux, und er verantwortete zuvor rund 17 Jahre lang Ornellaia und Masseto in der Toskana.
Zurück zum Terroir der Klassifikation
Der Weinbergsbesitz ist mit 120 Hektar Reben groß. Nach dem Kauf ließen die neuen Eigentümer den Boden geologisch untersuchen. Daraus folgte eine klare Entscheidung: Der Grand Vin kommt nur noch von den Parzellen, die 1855 klassifiziert wurden und überwiegend vor dem Château liegen. Sie umfassen heute rund 50 Hektar. Der Cabernet-Sauvignon-Anteil im Verschnitt steigt dadurch auf ein Niveau, das es auf Lascombes seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nicht mehr gegeben hat.
Heinz beschreibt sein Ziel so, dass er den Klassizismus des Médoc ausdrücken und dabei die Identität des Guts wahren will. Wichtiger als die Menge ist jetzt die Herkunft der einzelnen Parzelle.
Cabernet vom Kies, Merlot vom blauen Ton
Der Grand Vin ist überwiegend Cabernet Sauvignon von Kiesböden. Er steht für den klassischen Margaux-Stil, der Kraft mit Eleganz verbindet. Dieser Wein ist der Château Lascombes Margaux 2ème Cru Classé aus unserem Sortiment.
Eine Ergänzung ist La Côte, ein reinsortiger Merlot von einer gut fünf Hektar großen Lage mit vier zusammenhängenden Parzellen. Der Boden ist Ton über einer Kalksteinplatte, die im Médoc selten vorkommt. Die geologische Studie zeigte darin Adern aus blauem Ton. Die Reben wurden in den 1980er-Jahren gepflanzt, und die Lage blickt auf die Gironde. Ein reinsortiger Merlot passt nicht zur Médoc-Tradition der Cuvées mit Cabernet-Mehrheit. Genau deshalb ist er auf Lascombes eine bewusste Aussage. Der Jahrgang 2023 ist bereits die zweite Ausgabe dieses Weins.
Daneben führt das Gut weitere Weine, darunter den Zweitwein Chevalier de Lascombes. Wenn du Margaux kennenlernen willst, findest du hier einen Erzeuger, der sich gerade neu ausrichtet.