Von römischen Reben zur Familie Janoueix
Auf dem Gelände von Château Croix Mouton in der Gemeinde Lugon fanden sich Spuren aus gallo-römischer Zeit – ein früher Beleg für den Weinbau an dieser Schleife der Dordogne. Unter dem Namen Château Mouton war das Gut bereits 1881 in der Féret-Ausgabe verzeichnet, dem Standardwerk der Bordeaux-Weingüter. 1997 übernahm Jean-Philippe Janoueix den Besitz, dessen Weinberge zu diesem Zeitpunkt verwahrlost und teils aufgegeben waren. Weil der ursprüngliche Name Château Mouton zu nahe am berühmten Pauillac-Gut Mouton Rothschild lag, musste die Bezeichnung nach einer rechtlichen Auseinandersetzung zu Croix Mouton geändert werden; ab 1998 wurden Weinbereitungsanlagen und Rebflächen grundlegend erneuert.
Jean-Philippe Janoueix stammt aus einer Familie mit langer Bordeaux-Geschichte: Bereits 1866 stieg Jean Janoueix in den Weinhandel ein, sein Sohn Joseph baute das Geschäft von Libourne aus weiter auf. 1994 gründete Jean-Philippe Janoueix mit Château de Chambrun in Lalande-de-Pomerol seinen eigenen Zweig der Familientradition und erweiterte das Portfolio in den Folgejahren um Güter in Saint-Émilion, Pomerol und Bordeaux Supérieur – darunter Croix Mouton.
Handwerk zwischen Ton, Merlot und Dordogne
Die knapp 70 Hektar Rebfläche liegen auf den Ton- und Schwemmböden der „Ile de Carney“, direkt an der Dordogne und nur wenige Kilometer von der Appellation Fronsac entfernt. Merlot dominiert die Fläche, ergänzt um kleine Anteile Cabernet Franc und Petit Verdot; das Rebdurchschnittsalter liegt bei knapp vierzig Jahren. Im Weinberg wird der Boden gepflügt, die Begrünung gezielt gesteuert und vor der Reifephase wird ausgedünnt, damit die Trauben besser belüftet werden.
Geerntet wird erst bei optimaler Reife, selbst wenn dafür ein gewisser Anteil an Fäulnisverlust in Kauf genommen wird. Eine Entrappungsanlage sortiert die Ernte anschließend akribisch vor. Im Keller vergärt der Most in offenen Beton- und Edelstahltanks, mehrmals täglich wird die Maische von Hand untergestoßen. Die malolaktische Gärung findet in französischen Eichenfässern statt, danach reift der Wein drei bis vier Monate auf der Feinhefe.
Zugänglicher Charakter mit rechtsufrigem Profil
Croix Mouton steht für einen Merlot-geprägten, vollmundigen Stil mit lebendiger roter Frucht – Kirsche, Pflaume, mitunter ein Hauch Veilchen – und feinen, zugänglichen Tanninen. Schon kurz nach dem ersten Jahrgang wurde der Wein von Bordeaux-Kennern als eines der besten Preis-Genuss-Verhältnisse der Region hervorgehoben. Serviert bei rund 16–17 °C passt er zu gegrilltem Fleisch, Schmorgerichten, Wild oder gereiftem Käse.
Ein Erkennungsmerkmal ist das „M“ auf dem Etikett, das jedes Jahr Form und Farbe wechselt und so die Persönlichkeit des jeweiligen Jahrgangs spiegelt. Neben dem klassischen Croix Mouton führt das Weingut die „Réserve du Château“, eine besonders zugängliche, fruchtbetonte Cuvée, sowie mit „20 Mille“ eine kleine Spitzencuvée aus einer eng bestockten Parzelle von rund 1,4 Hektar.