Gegründet vor der Appellation: Wie Winzer aus Courthézon Châteauneuf-du-Pape miterfanden
Der Cellier des Princes existiert seit 1925 — und damit sogar einige Jahre, bevor die Appellation Châteauneuf-du-Pape überhaupt offiziell begründet wurde. Was heute die einzige Weinbaugenossenschaft innerhalb des Châteauneuf-du-Pape-Gebiets ist, begann als Zusammenschluss von Winzern, die nach den Verwüstungen der Reblaus und dem Aderlass des Ersten Weltkriegs gemeinsam einen Neuanfang wagten. Solidarität und gegenseitige Unterstützung waren von Beginn an keine Worthülsen, sondern die wirtschaftliche Grundlage. Als die Châteauneuf-du-Pape-Appellation 1936 als erste kontrollierte Herkunftsbezeichnung Frankreichs festgeschrieben wurde, hatten die Winzer des Cellier bereits über ein Jahrzehnt daran mitgearbeitet, die Standards zu definieren.
Den heutigen Namen trägt die Kooperative seit 1960 — in Anlehnung an die mittelalterlichen Princes d'Orange, die Courthézon und das umliegende Land vom 12. bis zum 18. Jahrhundert prägten. Ihr Erbe: Rigorosität und Treue zur Herkunft, Werte, die die Winzerfamilien bis heute für sich beanspruchen. Ein entscheidender Wendepunkt kam 2005: Damals vollzog der Cellier die Umstellung vom Fassweinverkauf zur Flaschenweinvermarktung — ein strategischer Bruch, der die Produktion von 300 Flaschen auf heute mehr als zwei Millionen Flaschen steigerte.
600 Hektar, Handlese und ein Önologe für das Rhônetal
Rund 600 Hektar Rebfläche erstrecken sich über die Terroirs von Châteauneuf-du-Pape und den Nachbargemeinden Sarrians, Courthézon und Orange. Die Böden sind vielfältig: große Rollkiesel, die die Wärme speichern, sandige und kalkhaltige Zonen sowie tonig-kieselige Kuppen — jede Lage gibt den Weinen einen anderen Charakter mit. Im Keller gilt: was im Weinberg konsequent begonnen wurde, soll nicht durch grobe Eingriffe nivelliert werden. Für die Côtes-du-Rhône-Cuvées werden die Trauben großteils per Hand gelesen, angelehnt an die Erntepraktiken der Châteauneuf-Lagen. Ganze Trauben, schonende Pressung, Temperaturkontrolle während der Gärung — das Ziel ist Frische und Sortenreinheit ohne Aufwand um seiner selbst willen.
2017 begann die Zusammenarbeit mit Philippe Cambie, einem auf das südliche Rhônetal spezialisierten Önologen. Sein Blick von außen hat den Qualitätskurs beschleunigt, der 2005 eingeschlagen wurde. Heute liegt der Anteil in Flaschen abgefüllter Weine bei rund 96 % der Gesamtproduktion. Nachhaltigkeit ist dabei kein Marketingbegriff: Abfallsortierung, recycelbare Verpackungen, wassersparender Betrieb und eine 1.100 Quadratmeter große Photovoltaikanlage auf dem Dach — mit einer jährlichen Einsparung von rund 142 Tonnen CO₂ — sind dokumentierte Maßnahmen.
Vom Côtes du Rhône bis Châteauneuf-du-Pape: südliches Rhônetal in der Breite und in der Tiefe
Das Sortiment des Cellier des Princes reicht von IGP Vaucluse und Méditerranée über Côtes du Rhône und Côtes du Rhône Villages bis zu den Spitzenappellationen Châteauneuf-du-Pape, Gigondas, Vacqueyras, Cairanne und Rasteau. Die Hauptrebsorten sind Grenache, Syrah und Mourvèdre, ergänzt um ein breites Spektrum alter südfranzösischer Sorten — im Châteauneuf-du-Pape können es bis zu dreizehn Rebsorten in einer Cuvée sein. Die Weine bilden die Terroir-Unterschiede bewusst ab: Kraft und Würze aus den sandigen Böden, Struktur von den Kalksteinpartien, Fülle und Schmelz von den tonig-kieseligen Hanglagen. Wer bei uns die La Rocaille Côtes du Rhône AOC im Glas hat, trinkt einen Wein, der nach denselben handwerklichen Grundsätzen entsteht wie die großen Cuvées der Kooperative — mit Handlese, Sortenselektion nach Terroir und einem Keller, der seit 2005 konsequent auf Qualität statt Menge setzt.