Seit 1903 im Herzen der Campi Diomede
Canosa di Puglia, im nördlichen Apulien auf halbem Weg zwischen Bari und Foggia gelegen, ist eine der ältesten Weinbaugemeinden der Region. Hier produziert die Cantina Diomede seit 1903 Wein – auf demselben Boden, dem die Legende den Namen gab: Die Campi Diomede, die Felder des homerischen Kriegers Diomedes, der nach dem Fall Trojas an der apulischen Küste landete und angeblich die ersten Rebstöcke mitbrachte, aus denen die Uva di Troia entstehen sollte. Heute gehört die Kellerei zur Fantini-Gruppe, die mit ihrem Önologen-Team die jahrzehntelang gewachsene lokale Kompetenz mit überregionalem Wissen verbindet.
Das Weingut bewirtschaftet rund 200 Hektar Rebfläche in Apulien und der angrenzenden Basilikata – zwei Landschaften, die sich durch kalkhaltige, lehmige Böden und ein ausgeprägtes kontinentales Klima mit heißen Sommern und kühlen Nächten auszeichnen. Ein Großteil der Lagen liegt in den Hügeln nördlich von Bari sowie im DOC-Gebiet Castel del Monte auf bis zu 480 Metern Höhe.
Handarbeit im Weinberg, Erfahrung im Keller
Die Bewirtschaftung der Weinberge folgt einem biologisch orientierten Ansatz: Die meisten Arbeiten werden manuell durchgeführt, vom Rebschnitt bis zur Handlese, die für den Canace erst Anfang November stattfindet – eine späte Ernte, die den Trauben maximale Reife ermöglicht. Vor der Vergärung werden die Trauben für den Flaggschiff-Wein partiell am Stock angetrocknet, um Konzentration und aromatische Tiefe zu steigern.
Im Keller verbindet das Team um Kellermeister Dennis Verdecchia klassische apulische Weinmachertradition mit präziser Technik: kontrollierte Maischegärung über 15 bis 20 Tage, anschließend Ausbau zunächst in Betonbehältern, dann zwölf Monate in französischen Eichenfässern. Daneben gibt es eine zweite Linie mit kürzerem Barriquekontakt, die die Zugänglichkeit der autochthonen Sorten stärker in den Vordergrund stellt. Die Betriebsstruktur ist bewusst zweigeteilt: ein breiteres Sortiment für den täglichen Genuss, eine streng limitierte Selektion aus ausgewählten Parzellen.
Nero di Troia als Herzstück – und eine Rebsorte mit Geschichte
Im Zentrum des Sortiments steht konsequent die Uva di Troia, hierzulande meist Nero di Troia genannt – eine späte, farbintensive Sorte mit kräftigen Tanninen und ausgeprägtem Lagerpotenzial, die über Jahrhunderte als Verschnitttraube unterschätzt wurde und erst in den letzten Jahrzehnten als sortenreine Abfüllung Aufmerksamkeit gewann. Cantina Diomede ist eine der wenigen Kellereien, die ihr Programm so konsequent auf diese Sorte ausrichtet. Ergänzt wird das Angebot durch Aglianico – ebenfalls aus den Kalklehmhügeln der Murgia – sowie weiße und rosé Gewächse für das untere Preissegment.
Der Canace Nero di Troia – benannt nach den Städten Canosa und Acerenza, zwischen denen die Reben wachsen – ist das klarste Argument für die Qualität des Hauses: rubinrotes, fast schwarzes Glas, Noten von reifen Kirschen, Pflaumen, Kakao und Kaffee, getragen von präsenten, aber seidenartig eingebundenen Tanninen und einer frischen Säurelinie im Abgang. Dazu passt Geschmortes vom Lamm, Wildgerichte oder reifer Pecorino.