Von der Idee zur Marke: Bruno Eyron und das Wageck-Pfaffmann-Fundament
Bruderkuss ist keine klassische Winzerfamilie, sondern eine konsequent durchdachte Weinmarke mit einer klaren Herkunft. Hinter ihr steht der Schauspieler Bruno Eyron, der die Idee zunächst als Gin-Projekt aufgriff: Das ikonische Motiv des Bruderkusses zwischen Breschnew und Honecker — fotografiert von Régis Bossu und später von Dmitri Wrubel an der East Side Gallery verewigt — wurde zum Markenkern. Aus dieser Berliner Bildikone entwickelte Eyron ein Sortiment, das heute Weine und Spirituosen umfasst.
Für die Weinproduktion gewann er das Familienweingut Wageck-Pfaffmann in Bissersheim in der nördlichen Pfalz. Das Weingut, das seit 1973 unter dem Doppelnamen Wageck-Pfaffmann firmiert, wird heute von Frank und Thomas Pfaffmann in der vierten beziehungsweise fünften Generation geführt — die Brüder stehen dabei buchstäblich für den Namen der Marke. Ihre Eltern Gertraud und Gunter Pfaffmann unterstützen den Betrieb bis heute.
Pfälzer Kalkböden, Handlese und klare Kellertechnik
Bissersheim liegt in der Mittelhaardt, einem der sonnenreichsten Abschnitte der Deutschen Weinstraße. Die Böden des Weinguts Wageck-Pfaffmann bestehen überwiegend aus Kalk, was den Weißwein-Cuvées ihre charakteristische Mineralik und Struktur mitgibt. Die Trauben werden von Hand gelesen und gelangen auf schnellstem Weg in den Keller — ein Detail, das bei aromatischen Sorten wie Muskateller und Weißburgunder den Unterschied macht.
Die Weißweine der Bruderkuss-Linie entstehen im Edelstahltank, was die Fruchtaromen sauber heraushält und den Weinen ihre frische, direkte Art gibt. Für die Rotwein-Linie setzt das Weingut auf Reifung in großen Holzfässern — dezentes Holz, das die Frucht nicht überlagert. Die Spirituosen der Marke, darunter verschiedene Gin-Editionen, werden von der Destillerie Thomas Sippel in Weisenheim am Berg produziert.
Stadtporträts im Glas: Cuvées mit Wiedererkennungswert
Das Sortiment der Bruderkuss-Weine folgt einem ungewöhnlichen Prinzip: Statt Lagenbezeichnungen stehen Städtenamen auf dem Etikett. Die Berlin- und Munich Edition sind Weißwein-Cuvées aus Silvaner, Muskateller, Chardonnay und Weißburgunder — Pfälzer Klassiker, zu einer fruchtbetonten, trinkfreudigen Linie gefügt. Aromatisch dominieren Pfirsich und Maracuja, die Säure bleibt ausgewogen, der Abgang zeigt einen schönen Schmelz. Daneben gibt es einen Rotwein mit Bezug auf München, der auf Spätburgunder, Dornfelder und Portugieser setzt und mit Noten von Waldfrüchten und einem dezenten Holzton überzeugt.
Bruderkuss richtet sich an ein urbanes Publikum, das Pfälzer Handwerk schätzt, ohne sich durch schwere Weinkarten kämpfen zu wollen. Die Miniaturen — 0,04-Liter-Flaschen in der Munich und St. Pauli Edition — zeigen, dass die Marke auch für ungewöhnliche Formate und Anlässe offen ist. Ein Glas Bruderkuss passt zur Tafel mit Freunden genauso wie zum Aperitif vor dem Abendessen.