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Über Seegut Lentsch
Vom Urgroßvater zum Brüderduo: Familiengeschichte am Neusiedlersee
Die Wurzeln des Seeguts Lentsch reichen tiefer als das offizielle Gründungsjahr: Die Leidenschaft für den Weinbau begann in der Familie noch vor 1955, als der Betrieb formal als Familienweingut eingetragen wurde. Den entscheidenden Grundstein für den heutigen Betrieb legte Franz Lentsch Senior, der 1962 einen 30 Meter langen gemauerten Gewölbekeller bauen ließ — bis heute der größte seiner Art in Podersdorf am See. Seine Söhne und Enkel haben das Erbe weitergetragen: Heute führen die Brüder Thomas und Markus Lentsch das Weingut in dritter Generation, mit einem klaren Blick auf Qualität und zugleich auf das, was der Ort schon immer zu bieten hatte.
Podersdorf ist dabei kein beliebiger Standort. Der Weinbau in der Ried Rohrjoch — heute die größte Lage des Betriebs mit 5,7 Hektar — ist bereits für die Jahre 1782 bis 1785 urkundlich belegt, als Zisterziensermönche hier Grauburgunder kultivierten. Diese historische Tiefe spürt man auch in der Ried Lüss, die 1974 bepflanzt wurde und deren Trauben vor über drei Jahrzehnten den ersten Barriquewein des Weinguts hervorbrachten.
Naturnahes Arbeiten auf Sand, Schotter und Salzböden
Das Seegut Lentsch bewirtschaftet 15,3 Hektar Weingärten, aufgeteilt auf fünf Rieden in Podersdorf am See: Seeweingärten, Prädium, Rohrjoch, Lüss und Römerstein. Die Bodenvielfalt ist beachtlich — von leichten, sandigen Schotterböden in der Ried Prädium bis hin zum salzhaltigen Kalkschernosem direkt am Seeufer in den Seeweingärten. Salzlacken und die für den Seewinkel typischen Salzböden ziehen sich durch das gesamte Anbaugebiet und hinterlassen eine mineralische Handschrift in den Weinen.
Das pannonisch-kontinentale Klima tut sein Übriges: heiße Sommer, kalte Winter, ausgeprägte Tag-Nacht-Temperaturschwankungen — und der See selbst als natürlicher Temperaturpuffer, der extreme Hitze dämpft und kühle Nächte in die Weinberge bringt. Lentsch arbeitet nach dem Prinzip des naturnahen Weinbaus, ohne formale Zertifizierung, aber mit konsequentem Respekt vor dem Ökosystem dieser einzigartigen Seenlandschaft.
Drei Linien, 14 Rebsorten, ein klarer Stil
Das Sortiment des Seeguts Lentsch gliedert sich in drei Linien — Klassik, Reserve und Einzellage — und umfasst 14 Rebsorten. Im Weißwein liegt der Schwerpunkt auf den Burgundersorten: Grauburgunder, Weißburgunder und Chardonnay sind die Leitvarietäten, ergänzt durch Grünen Veltliner, Welschriesling und aromatische Sorten wie Muskat Ottonel und Blütenmuskateller. Bei den Rotweinen setzt die Familie auf österreichische Klassiker — Zweigelt, Blaufränkisch und Sankt Laurent — sowie auf Cabernet Franc, der auch als eigenständiger Rosé vinifiziert wird.
Die Bandbreite reicht vom frisch-fruchtigen Klassik-Wein, ausgebaut im Stahltank oder großen Holzfass, bis zum lagerfähigen Einzellagenwein mit ausgeprägter Herkunftstypizität. Wer die Weine von Lentsch kennenlernen möchte, sollte mit dem Grauburgunder Ried Rohrjoch beginnen — der Sorte mit der längsten Geschichte am Hof — und sich dann zu den Reserveweinen vorarbeiten, die zeigen, was Reife und Holzausbau aus diesem besonderen Terroir herausholen können.
Podersdorf am Seeseegut-lentsch.com
Ausgezeichnete Weine

Seegut Lentsch –
Podersdorf am Neusiedlersee
Am Ostufer des Neusiedlersees liegt Seegut Lentsch – ein Familienbetrieb in Podersdorf, der seit drei Generationen Weine anbaut, die unverkennbar von diesem Ort geprägt sind. Das pannonische Klima sorgt für lange, warme Sommer, der See für Ausgleich in heißen Nächten, und die weiten Schotterböden geben den Reben genau jenen Stress, der Tiefe und Charakter erzeugt.
Was die Familie Lentsch im Keller macht, folgt dem, was draußen gewachsen ist: keine Überarbeitung, kein Effekt um des Effekts willen. Ein fruchtig-frischer Rosé, der nach Seeluft und reifer Beere duftet. Ein Muskateller mit klarer Holunderblüten-Note, die das besondere Licht der burgenländischen Ebene widerspiegelt. Weine, die man nicht nachbauen kann, weil sie an diesen einen Flecken Erde gebunden sind.
Wer die Weine von Lentsch trinkt, bekommt kein abstraktes Terroir-Konzept – sondern Podersdorf im Glas: die Weite, die Stille, den Wind vom See.






















