Seit 1719 in Deutschkreutz: Eine Familie schreibt Burgenland-Geschichte
Weingut Gesellmann aus Deutschkreutz gehört zu den ältesten Weinbaubetrieben im Mittelburgenland — die erste urkundliche Erwähnung des Guts datiert auf das Jahr 1719. Seither haben viele Generationen der Familie ihr Wissen weitergegeben und stets im Austausch mit der Zeit neu definiert. Den entscheidenden Sprung in die Moderne vollzog Engelbert Gesellmann in den 1980er-Jahren: Als einer der ersten Winzer der Region pflanzte er internationale Rebsorten wie Cabernet Sauvignon und Merlot und baute sie in französischen Barriques aus — ein Schritt, der die gesamte Weinbaulandschaft des Mittelburgenlands nachhaltig prägte. Aus dieser Pionierarbeit entstanden die beiden heute legendären Cuvées Opus Eximium (erstmals 1988) und Bela Rex (erstmals 1992). Seit 1993 führt Albert Gesellmann das Weingut gemeinsam mit seiner Frau Silvia, und die nächste Generation — Tochter Francesca und Sohn Konstantin — steht bereits in den Startlöchern, sammelt internationale Erfahrungen und bringt neue Perspektiven ein.
Bio aus Überzeugung: Arbeit im Weinberg und im Keller
50 Hektar Weinberge rund um Deutschkreutz bilden die Grundlage des Betriebs — eine Größe, die bewusst gewählt ist, um Weinfreunde weltweit in limitierten Mengen zu versorgen, statt den Massenmarkt zu bedienen. Seit 2015 sind alle Weingärten Bio-zertifiziert, angetrieben nicht von einem Trend, sondern von dem Anspruch, der nächsten Generation einen gesunden Boden zu hinterlassen. Manche der alten Rebstöcke bringen es auf bis zu 90 Jahre — sie regulieren den Ertrag auf natürliche Weise, was der Konzentration der Trauben zugute kommt. Gelesen wird ausschließlich per Hand, die Beeren werden sorgfältig selektiert. Das pannonische Klima tut das Übrige: heiße, sonnenreiche Tage und kühle Nächte sorgen dafür, dass die Trauben langsam und gleichmäßig ausreifen und ihre natürliche Säurestruktur behalten. Im Keller setzt Albert Gesellmann auf moderne Technik, ohne die regionalen Stilmerkmale aus dem Blick zu verlieren — der Fokus liegt auf Weinen mit Pfeffrigkeit, Würze und präziser Säure statt auf schwerem, überbordend fruchtbetontem Stil.
Blaufränkisch im Mittelpunkt — und ein Sortiment mit Haltung
90 Prozent der Rebfläche sind mit roten Sorten bestockt, und der Blaufränkisch steht klar im Zentrum. Daneben wachsen St. Laurent, Zweigelt, Merlot, Cabernet Sauvignon, Syrah und Pinot Noir, bei den Weißen vor allem Chardonnay und Sauvignon Blanc. Das Portfolio spannt sich vom zugänglichen Blaufränkisch vom Lehm und dem lagenbetonten Blaufränkisch Hochberc über die autochthone Cuvée G aus Blaufränkisch und St. Laurent bis hin zu den internationalen Cuvées Bela Rex und Opus Eximium. Die Cuvée G — seit 1997 im Sortiment und aus den ältesten Rebstöcken des Guts gewonnen — gilt als Paradebeispiel dafür, was Blaufränkisch in seiner reinsten Form leisten kann: Tiefe, Würze, salzige Mineralität. Wer sich durch das Gesellmann-Sortiment trinkt, erlebt, wie eine Familie über Jahrhunderte gelernt hat, einen Boden wirklich zu verstehen.