Vom Bonner Wohnzimmer zur meistverkauften Gin-Marke Deutschlands
Raphael Vollmar und Gerald Koenen kennen sich seit über 25 Jahren. 2014 machten sie aus einer Laune heraus Ernst: Mit gerade einmal 4.000 Euro Startkapital gründeten sie in Bonn die Rheinland Distillers GmbH — genug für die Markenanmeldung und eine erste Charge von 200 Flaschen. Was folgte, war ein Wachstum, das die Gründer selbst überraschte. Seit der Gründung legte das Unternehmen jedes Jahr zweistellig zu und zählt heute zu den umsatzstärksten Gin-Herstellern Deutschlands.
Den Namen für ihr Destillat fanden Vollmar und Koenen in ihrer unmittelbaren Heimat: Die Nibelungensage spielt direkt vor der Haustür — am Drachenfels bei Bonn, wo der Sagenheldf Siegfried dem Drachen den Garaus gemacht und im Drachenblut gebadet haben soll. Ein Lindenblatt, das dabei auf seinen Rücken fiel, wurde ihm zum Verhängnis. Die Linde ist seitdem das verbindende Symbol zwischen Mythos und Destillat.
Handwerk, Botanicals und die Lindenblüte als Leitfaden
Die Rezeptur des Siegfried Rheinland Dry Gin wurde gemeinsam mit Destillateur P.J. Schütz von der Eifel Destillerie über den Zeitraum von rund einem Jahr entwickelt. Das Ergebnis: ein Gin aus 18 Botanicals, aromatisiert in kleinen Chargen. Das Leit-Botanical ist die Lindenblüte — nicht nur als Verweis auf die Sage, sondern als geschmackliches Rückgrat, das dem Gin eine weiche, florale Tiefe gibt. Ergänzend wirken Wacholder, Pomeranze, Thymian, Kardamom, Lavendel, Ingwer und Angelikawurzel.
Der Ansatz, Qualität handwerklich herzustellen und nicht über den Alkoholgehalt zu definieren, ist bei Rheinland Distillers kein Marketingversprechen, sondern Geschäftsmodell: „Wir glauben fest daran, dass man die Qualität eines Drinks nicht am Alkoholgehalt festmachen kann." So brachten die Bonner 2018 als weltweit erste etablierte Spirituosenmarke eine alkoholfreie Alternative unter derselben Markendachmarke auf den Markt — den Siegfried Wonderleaf. Dieser nutzt exakt dieselben 18 Botanicals wie das alkoholische Original. Diageo stieg später als Minderheitsinvestor über sein Start-up-Programm Distill Ventures ein; Vollmar und Koenen behalten die Mehrheit und Führung des Unternehmens.
Ein Portfolio zwischen klassischem Dry Gin und alkoholfreier Avantgarde
Im Mittelpunkt steht der Siegfried Rheinland Dry Gin (41 % Vol.) — wacholderbetont, mit eingebundenen Zitrusnoten und dem charakteristischen weich-floralen Abgang der Lindenblüte. International vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit Double Gold beim World Spirits Award 2015 und Gold bei der San Francisco World Spirits Competition. Ergänzt wird das Sortiment durch die Siegfried-Easy-Linie als Ready-to-drink-Format in klassischer und fruchtiger Variante sowie durch den Siegfried Wonderleaf und den Wonderleaf Rosé — beide alkoholfrei, beide auf demselben Botanicals-Gerüst wie der klassische Gin aufgebaut. Wer also an einem Abend zwischen Gin Tonic und alkoholfreiem Longdrink wechseln möchte, bleibt bei Rheinland Distillers geschmacklich in derselben Welt.