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Über Manufaktur Jörg Geiger
Vom Gasthof-Kind zum Pionier der alkoholfreien Genusskultur
Jörg Geiger wuchs im Gasthof Lamm in Schlat auf, einem Dorf kurz hinter Göppingen am Fuß der Schwäbischen Alb, wo sein Vater eine kleine Brennerei betrieb. Als gelernter Koch erkundete er früh die Möglichkeiten sortenreiner Obstbrände — und bemerkte als Gastronom, dass Gäste ohne Alkohol schlicht nichts Ebenbürtiges bekamen: kein Tiefe, keine Struktur, keine Spannung im Glas. 1997 schenkte er erstmals seinen Champagner-Bratbirnen-Schaumwein aus. 2003 gründete er die Manufaktur Jörg Geiger als eigenständigen Betrieb — und schuf damit eine Getränkekategorie, die heute als Referenz für hochwertige alkoholfreie Spezialitäten gilt. Seinen Heimatort Schlat hat er nie verlassen: Hier, inmitten ausgedehnter Streuobstwiesen, die zu den bedeutendsten Obstlandschaften Europas zählen, sitzt die Manufaktur bis heute.
Streuobstwiesen als Rohstoff, Handwerk als Methode
Die Manufaktur arbeitet eng mit über 370 Landwirten aus einem Umkreis von rund 100 Kilometern zusammen und verarbeitet rund 80 verschiedene Obstsorten — ausschließlich alte, aromatische schwäbische Streuobst-Varietäten. Diese Sorten sind nicht zum Direktverzehr gemacht: ihre streng herben Gerbstoffe und ausgeprägte Säure machen sie für die meisten ungenießbar. Genau das ist ihr Vorteil im Keller — mehr Struktur, mehr Tiefe, mehr Aromapotenzial als bei modernen Massenobstsorten. Weil die Manufaktur bewusst über Marktpreis zahlt, lohnt es sich für die Obstbauern, alte Bäume zu pflegen und neue zu pflanzen. So verbindet sich wirtschaftliches Interesse mit dem aktiven Erhalt einer Kulturlandschaft, die auch UNESCO-Schutz genießt.
Im Produktionsprozess werden die Säfte schonend gepresst und anschließend in gekühlten Stahltanks gelagert, um Gärung und Alkoholbildung zu verhindern. Für Struktur und Tiefe kommen während des Pressvorgangs teilweise Eichenreiser und Johannisbeeren hinzu. Kräuter, Blüten und Gewürze — Holunderblüten, Wacholder, Schafgarbe, Mädesüß — werden sorgfältig maceriert und eingearbeitet, bis die Cuvée das gewünschte Aromaprofil trägt. Ohne künstliche Aromen oder Zusatzstoffe. Seit 2015 sind ausgewählte Produkte Bio-zertifiziert.
PriSecco, Cider, Bitter: ein Sortiment mit eigenem Vokabular
Das Herzstück des Sortiments sind die PriSeccos — prickelnde, alkoholfreie Cuvées, die sich in der Spitzengastronomie als ernsthafte Essensbegleiter etabliert haben. Jede Cuvée folgt einer anderen Aromaidee: Apfel und Birne als Basis, ergänzt durch Rhabarber, Blüten, rote Beeren oder Kräuter. Die Frucht alter Mostbirnensorten wie der Champagner Bratbirne liefert dabei den tanninreichen Rückgrat, der alkoholfreien Kompositionen sonst meist fehlt. Neben den PriSeccos umfasst das Sortiment handwerkliche Cider aus sortenrein geernteten Wiesenobst-Früchten sowie Bitter-Spezialitäten wie den Aecht Bitter! auf Basis von Grüner Jagdbirne und Wermut — Produkte, die zeigen, dass die Manufaktur das gesamte Spektrum zwischen alkoholfrei und alkoholisch als zusammenhängendes Handwerksfeld begreift. Wer die Cuvées kühl serviert — zwischen 6 und 8 Grad — und zum Essen einschenkt, begreift schnell, warum Jörg Geiger längst nicht mehr erklärt, was alkoholfreier Genuss sein kann.
Ausgezeichnete Weine























