Vom Kaffee-Händler zur Rum-Marke: Marco Savios langer Weg nach Panama
Malecon ist kein Familienweingut mit jahrhundertealten Wurzeln, sondern das Ergebnis eines Jahrzehnts intensiver Feldforschung. Marco Savio, Sohn eines 1958 in Italien gegründeten Unternehmens für Liköre und Kaffeeeinfuhr, trat 1990 in den väterlichen Betrieb ein. Auf der Suche nach den besten Kaffeeplantagen Mittelamerikas begann er, sich für die Welt der Rums zu interessieren. Es folgten rund zehn Jahre enger Zusammenarbeit mit Blendern und Destillateuren in Kuba, Guatemala und Panama, bis Savio 2000 schließlich die Marke Malecon gründete — mit dem Ziel, hochwertigen Rum nach seinen eigenen Rezepten zu produzieren. Der Name ist eine Hommage an den Malecón, die weithin bekannte Uferpromenade Havannas, und macht damit die kubanische Seele des Projekts von Beginn an unmissverständlich sichtbar.
Panamas Klima, Kubas Handwerk: das Herstellungskonzept
Produziert wird Malecon in der Caribbean Spirits Distillery auf dem Isthmus von Panama — einer Region, deren tropisches Klima den Reifeprozess im Fass erheblich beschleunigt und intensiviert. Als Rohstoff dient ausschließlich Melasse aus Zuckerrohr, das in unmittelbarer Nähe der Destillerie angebaut und von Hand geerntet wird. Die Vergärung folgt dem traditionellen kubanischen Verfahren und erfolgt langsam in offenen Bottichen, ausschließlich mit natürlichen Hefen aus der Umgebungsluft. Nach der Destillation reift der Rum in ehemaligen Bourbon-Fässern aus weißer Eiche. Dabei gilt bei Malecon ein striktes Prinzip: Die auf dem Etikett angegebene Jahreszahl entspricht dem Mindestalter aller im Blend enthaltenen Destillate — kein Solera-Verfahren, das ältere Anteile nur anteilig zumischt. Was draufsteht, ist vollständig drin.
Die sogenannten „Cantineros" — die für Rezeptur und Blending verantwortlichen Rum-Meister — tragen kubanische Handwerkstraditionen, die bis in die spanische Kolonialzeit zurückreichen, in die Gegenwart. Ihr Wissen, das über Generationen weitergegeben wurde, bildet das Fundament der Malecon-Qualität.
Carte Blanche bis Rare Proof: ein Sortiment für Einsteiger und Kenner
Das Malecon-Sortiment spannt einen weiten Bogen: Der Carta Blanca ist der klare, ungelagerte Einstieg, der die frische Melasse-Basis direkt erfahrbar macht. Die Reserva Superior-Linie — etwa der 12-jährige — zeigt, was das tropische Klima Panamas mit Bourbon-Eiche und Zeit anstellt: Aromen von Zitrusschale, Zimt und Sahne in der Nase, am Gaumen Orangenzeste, Aprikose und sanfte Gewürze, im Abgang Lakritze und Holzwürze. Mit zunehmenden Jahren — 15, 18, 21 und darüber hinaus bis zu 25 Jahren Reifung — verschiebt sich das Profil in Richtung getrockneter Früchte, Walnuss, dunkler Schokolade und Tabak, bei gleichzeitig seidigerer Textur. Die Rare Proof-Abfüllungen werden nahe Fassstärke abgefüllt, ohne Kühlfiltrierung, was das Aromaspektrum nochmals verdichtet. Ergänzt wird das Angebot durch eine Schokoladen-Spirituose auf Rum-Basis — für all jene, die das Malecon-Profil auf andere Art erkunden möchten.