Fünf Generationen Veltliner-DNA: die Geschichte hinter Laurenz V.
Hinter dem Namen Laurenz V. steckt buchstäblich eine Zahl: Laurenz Maria Moser ist der Fünfte seiner Weinbau-Dynastie und der 15. in der direkten Linie der Winzerfamilie Moser — einer der traditionsreichsten Österreichs, deren Geschichte bis ins Mittelalter reicht. Sein Großvater, Prof. Dr. Lenz Moser III., prägte den europäischen Weinbau mit der Entwicklung der „Lenz Moser Hocherziehung" in den frühen 1930er-Jahren, einem damals revolutionären Reberziehungssystem, das dem Grünen Veltliner zu seiner heutigen Verbreitung verhalf.
Nach Jahren als Geschäftsführer der Weinkellerei Lenz Moser und später als Leiter von Robert Mondavis Europa-Niederlassung kehrte Laurenz Maria Moser zu seinen österreichischen Wurzeln zurück. 2004 tat er sich mit Dieter Hübler und Franz Schweiger zusammen; 2005 war Laurenz V. gegründet. Heute führen Hübler und Schweiger das Unternehmen, während Peter Schweiger — Bruder von Franz — seit der Gründung als Kellermeister verantwortlich zeichnet.
Eine Rebsorte, drei Anbaugebiete, klare Haltung
Laurenz V. hat sich von Anfang an auf eine einzige Rebsorte festgelegt: ausschließlich Grüner Veltliner. Trauben kommen aus rund 80 Hektar Rebfläche in den drei niederösterreichischen Anbaugebieten Kamptal, Kremstal und Weinviertel — wobei das Kamptal das Herzstück bildet. Das Weingut hat seinen Sitz in Zöbing im Kamptal; der Vertrieb läuft von Wien aus.
Im Kamptal wächst der Grüne Veltliner auf einem Mosaik aus Granit, Gneis, Glimmerschiefer und Löss. Kühle Luftmassen aus dem nördlich angrenzenden Waldviertel verzögern die Traubenreife und sorgen für die charakteristische Frische und Säurestruktur im Wein. Die Philosophie im Keller folgt dem Credo, das Laurenz Moser III. einst formulierte: perfekte Trauben ernten und sie im Keller nicht ruinieren. Das schlägt sich in einem klaren, fruchtbetonten Stil nieder, der internationalen Gaumen ebenso anspricht wie klassische Veltliner-Fans.
Weinstil und Sortiment: vom Einstieg bis zur Selektion alter Reben
Alle Weine tragen englische Namen — bewusste Entscheidung, denn rund 90 Prozent der Produktion gehen in den Export, in über 40 Länder auf allen fünf Kontinenten. Der „Friendly" ist der klassische Kamptal-Veltliner: fruchtig, mit belebender Säure und der sortentypischen weißen Pfefferwürze im Abgang. Der „Charming" steht als Kamptal Reserve für mehr Tiefe und längere Kellerreife. Mit „Singing" und „Forbidden" gibt es trinkfreudige Alltagsweine; in den besten Jahrgängen erscheint zudem der „L5" — eine Selektion alter Reben, im Barrique ausgebaut und auf der Flasche gereift. Das Sortiment zeigt, dass die Konzentration auf eine einzige Sorte keine Verengung bedeutet, sondern Raum lässt für Terroir-Differenzierung von der leichten Terrassenwein-Stilistik bis zur Reserve-Ebene.