Von der Genossenschaft zur Priorat-Referenz aus Porrera
Cims de Porrera entstand 1996 in Porrera, einem Dorf im Südwesten des Priorat. Den Anstoß gaben der Önologe und Universitätsprofessor José Luis Pérez, Gründer des Weinguts Mas Martinet, und der katalanische Musiker Lluís Llach. Zusammen mit den Winzern der örtlichen Genossenschaft wollten sie die alten, einheimischen Reben von Porrera retten. Die Arbeit an den Steilhängen war hart und brachte wenig ein. Viele Besitzer hatten ihre Weinberge deshalb aufgegeben.
Der Name geht auf die Berggipfel (cims) rund um das Dorf zurück. Heute liegt das Weingut ganz in der Hand der Familie Pérez. Seit 2004 führen es Adrià Pérez, der Sohn des Gründers, und sein Cousin Marc. Die Weine entstehen weiterhin in der Genossenschaft von Porrera.
Alte Reben, faire Preise, Handarbeit am Schieferhang
Das Projekt ruht auf einem Modell mit den Winzern vor Ort. Etwa 20 Mitglieder der Genossenschaft bewirtschaften ihre Parzellen weiter selbst. Cims de Porrera kauft die Trauben und zahlt dafür einen fairen Preis. So bleiben die alten Weinberge wirtschaftlich tragfähig. Einige Reben sind über 100 Jahre alt, vor allem Cariñena (Samsó) und Garnacha.
Sie wachsen auf Llicorella, dem verwitterten Schiefer des Priorat. Er speichert kaum Wasser, deshalb müssen die Wurzeln tief greifen. Die Hänge sind steil, die Erträge pro Rebe gering. Die Trauben werden von Hand gelesen, entrappt und getrennt nach Sorte und Parzelle vergoren. Die Weine bleiben bis zur Assemblage getrennt.
Vi de Vila und Clàssic: Porrera im Glas
Der Vi de Vila gibt das Dorf als Herkunft wieder. Die Bezeichnung "Vi de Vila" führte die DOQ Priorat 2009 ein. Im Jahrgang 2020 besteht der Rotwein aus 60 % Cariñena und 40 % Garnacha von 22 Weinbergen der Genossenschaftsmitglieder. Die Cariñena reift 12 bis 14 Monate im 400-Liter-Fass, die Garnacha im Betontank. Danach liegt der Wein noch drei Jahre auf der Flasche, bevor er in den Verkauf geht. Im Glas findest du dunkle Früchte, mineralische Noten, Kräuter und Zeder, dazu kräftige Tannine und eine frische Säure, die den Wein trägt.
Das Sortiment reicht darüber hinaus. Der Clàssic ist sortenrein aus alter Cariñena und wird nur in ausgewählten Jahren gefüllt. Dazu kommen ein Garnatxa aus Porrera und ein weißer Vi de Vila, der überwiegend auf Garnacha Blanca basiert. Zu den Rotweinen passen Schmorgerichte vom Lamm oder Rind, dunkle Schokolade und kräftige Pilzgerichte.