Château Pontet-Canet

Bei Pontet Canet geht man seit den Neunziger Jahren neue Wege, um der Natur möglichst nahe zu kommen. Mit der Zeit wurde eine Tatsache klar: Der Fortschritt im Weinbau kann nur aus Beobachtung und Experiment mit dem Rebstock kommen. Der Weinbauer muss einfach wissen, wie man die Rebe beobachtet, um deren Bedürfnisse spüren zu können. Seit 2000 hat Pontet Canet als erstes der Top Bordeaux Güter auf biodynamische Anbau umgestellt und ist seit 2006 international zertifiziert, was allerdings nicht an die grosse Glocxke gehängt wird. Die Weine sollen einfach von sich aus überzeugen.

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Château Pontet-Canet —
Pauillac, wo Beobachtung vor Technik kommt

Château Pontet-Canet liegt im Herzen von Pauillac, unmittelbar neben Mouton Rothschild — und doch geht das Gut seit den 1990er-Jahren einen eigenen Weg. Statt auf Kellertechnik zu setzen, begann die Familie Tesseron, den Weinberg neu zu lesen: Reihe für Reihe, Saison für Saison, mit wachsender Überzeugung, dass der Rebstock selbst die Richtung vorgibt.

Als erstes der klassifizierten Bordeaux-Güter stellte Pontet-Canet ab 2000 auf biodynamische Bewirtschaftung um — seit 2006 international zertifiziert, ohne dass daraus ein Marketingversprechen gemacht wurde. Pferde ersetzen Traktoren in den Reihen, Kupfer und Schwefel ersetzen synthetische Mittel, und die Ernte richtet sich nach dem Mondkalender. Das klingt nach Prinzip, ist aber vor allem Praxis: jahrelange Beobachtung, was dem Boden und der Rebe wirklich nützt.

Im Glas zeigen sich die Weine dicht und strukturiert, mit der typischen Cassis-Frucht und dem Graphit-Ton von Pauillac — aber mit einer Lebendigkeit, die klassisch ausgebaute Médocs selten erreichen. Wer Bordeaux nicht als Museum, sondern als lebendige Weinregion versteht, findet hier einen der überzeugendsten Belege dafür.