Das Château · Sauternes · Frankreich

Château Filhot

Château Filhot – das ist über drei Jahrhunderte Sauternes in ihrer reinsten Form. Seit 1709 wächst hier, im Süden der berühmten Appellation, ein edelsüßer Wein heran, der die Zeit vergessen lässt.D... Weiterlesen Weniger lesen

Château Filhot – das ist über drei Jahrhunderte Sauternes in ihrer reinsten Form. Seit 1709 wächst hier, im Süden der berühmten Appellation, ein edelsüßer Wein heran, der die Zeit vergessen lässt.

Das Weingut gehört bis heute zur Familie seines Gründers Romain de Filhot – heute führt Gabriel de Vaucelles das Anwesen mit 60 Hektar Reben. Deuxième Cru Classé seit 1855: eine Auszeichnung, die Filhot mit Haltung trägt, ohne sich darauf auszuruhen. Was du im Glas findest, ist goldene Tiefe – Honig, reife Frucht und diese unverwechselbare Frische, die einen guten Sauternes so unvergesslich macht.

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Herkunft Sauternes, Frankreich
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Über Château Filhot

Vom Parlamentsrat zum Klassifikations-Weingut: drei Jahrhunderte Familiengeschichte

Die Wurzeln von Château Filhot reichen bis in die Jahre 1630 bis 1650 zurück, als das heutige Rebland im Süden der Appellation Sauternes erstmals bewirtschaftet wurde. Den entscheidenden Schritt vollzog Romain de Filhot, Parlamentsrat zu Bordeaux: 1709 ließ er das Château errichten und setzte gleichzeitig durch, dass die Weine der Region künftig unter der Bezeichnung „Sauternes" und nicht mehr als „Vin de Langon" vermarktet wurden — eine begriffliche Weichenstellung, die bis heute nachwirkt. Nach der Französischen Revolution gelangte das Gut über Joséphine de Filhot in den Besitz der Familie Lur-Saluces, die auch Château d'Yquem führte. 1840 vereinigte Romain-Bertrand de Lur-Saluces die Weinberge von Filhot mit dem benachbarten Pineau du Rey und ließ 1845 das Schloss im neoklassizistischen Stil neu erbauen — der weitläufige englische Landschaftspark, den der Gartenarchitekt Louis-Bernard Fischer anlegte, ist bis heute erhalten. Im Klassement von 1855 wurde Filhot als Deuxième Cru Classé eingestuft; ein Stück weit skurril: Danach verkaufte das Gut seinen Wein jahrzehntelang schlicht als „Château Sauternes" — erst 1901 kehrte der Eigenname zurück. 1935 kaufte die Comtesse Durieu de Lacarelle, geborene Lur-Saluces, das Weingut zurück und baute den Rebbestand wieder auf. Seit 1974 liegt die Führung bei der Familie de Vaucelles; heute leitet Graf Gabriel de Vaucelles das Anwesen gemeinsam mit seiner Frau Amicie, die 2017 dazustieß.

Terroir am Südhang, Handlese nach Botrytis-Selektion, Ausbau mit Bedacht

Das Château Filhot liegt am südwestlichen Abhang des Hügels von Sauternes, wo der Ciron — der kühle Nebenfluss der Garonne, dessen Nebel den Botrytis-Pilz begünstigt — das Gut durchquert. Der 350 Hektar große Gesamtbesitz umfasst 62 Hektar Rebfläche; der Rest besteht aus Pinien, Akazien und Weideland. Die Böden setzen sich aus Riss-Kiesen, Ton, Sand und einem kalkhaltigen Untergrund zusammen — eine Kombination, die die für Botrytis cinerea notwendige Wechselfeuchtigkeit begünstigt. Gepflanzt sind zu 60 % Sémillon, 36 % Sauvignon Blanc und 4 % Muscadelle.

Gelesen wird ausschließlich per Hand, in mehreren Durchgängen (tries successives), die nur vollständig botrytisierte Beeren erfassen. Die Gärung erfolgt in thermoregulierten Edelstahlbehältern von 50 Hektolitern, zehn bis dreißig Tage je nach Rebsorte und Konzentration. Rund fünf Monate nach der Gärung wird der erste Assemblage vorgenommen; anschließend reift der Wein in Barriques aus Allier-Eiche sowie in Tanks — etwa 30 % der Fässer werden jährlich erneuert. Der Gesamtausbau dauert rund zwei Jahre. Château Filhot trägt die Zertifizierung Haute Valeur Environnementale Niveau 3 (HVE3).

Frische Liqueur, mineralischer Zug: was das Filhot-Glas verspricht

Was Filhot unter den Sauternes-Klassifizierten unterscheidbar macht, ist weniger Opulenz als Präzision: Der Wein zeichnet sich durch Frische, einen mineralischen Grundton und die Feinheit seiner Süße aus — Honig, kandierte Zitrusschale, reife Quitte und ein Hauch exotischer Frucht, eingebettet in eine Säurestruktur, die trotz aller Konzentration Leichtigkeit bewahrt. Neben dem Hauptwein produziert Filhot mit Château Pineau du Rey ein zweites Gewächs aus jüngeren Reben sowie einen trockenen weißen Bordeaux. Klassisch serviert du Filhot bei 8–10 °C — zum Foie gras, zu Roquefort, zu karamellisierten Desserts oder einfach als eigenständigen Ausklang eines Abends.

Sauternesfilhot.com

Schnelle Antworten

Château Filhot —
drei Jahrhunderte edelsüßer Sauternes

Château Filhot liegt im südlichen Teil der Appellation Sauternes, abseits des Trubels rund um Yquem, und produziert seit 1709 edelsüße Weine, die bis heute in Familienhand geblieben sind. Gabriel de Vaucelles führt das Anwesen mit 60 Hektar Reben in direkter Linie des Gründers Romain de Filhot.

Der Deuxième Cru Classé von 1855 ist für Filhot kein Ruhekissen, sondern ein Maßstab. Die Böden aus Sand, Kies und Ton begünstigen eine gleichmäßige Botrytis-Entwicklung, die dem Wein seine charakteristische Balance gibt: Honig und reife Zitrusfrucht im Vordergrund, dahinter eine Frische, die den Abgang lebendig hält. Kein schwerer Dessertwein, sondern ein Sauternes mit Haltung.

Im Glas zeigt sich Filhot goldgelb, mit Aromen von Aprikose, Bienenwachs und einem Hauch Ingwer. Klassisch zu Foie gras oder Roquefort, aber auch überraschend gut zu würzigem Blauschimmelkäse oder einem schlichten Pfirsich-Dessert.