Aus einer Freundschaft zwischen zwei Weindynastien
Caliterra entstand 1996 als gemeinsames Projekt zweier Weinfamilien: der Robert G. Mondavi-Familie aus Kalifornien und Viña Errázuriz aus Chile — einem Haus, das seit 1870 in chilenischer Weingeschichte verankert ist. Eduardo Chadwick, fünfte Generation der Errázuriz-Familie, und Robert Mondavi teilten die Überzeugung, dass das Colchagua-Tal das Potenzial für außergewöhnliche Rotweine besitzt. Das Ergebnis dieser Partnerschaft war das Caliterra Estate im Herzen des Tals — rund 200 Kilometer südlich von Santiago, auf etwa 150 Metern Höhe, im Einzugsbereich kühler Pazifikwinde. Heute gehört Caliterra vollständig zu Viña Errázuriz, der Name und das Projekt aber tragen noch immer die ursprüngliche Vision beider Familien.
Pionierarbeit im chilenischen Nachhaltigkeitsweinbau
Das Weingut umfasst rund 1.085 Hektar, von denen etwa 75 Prozent als unberührtes Naturland erhalten werden. Die Rebflächen selbst ziehen sich über Hang- und Hügellagen, deren Böden zwischen tonig-lehmig und sandig-lehmig wechseln und für ausgeprägte Sortencharaktere sorgen. Im Weinberg arbeitet Caliterra nach integrierten Pflanzenschutzprogrammen; ein Teil der Fläche — vor allem Cabernet Sauvignon, Carmenère und Syrah — wird organisch bewirtschaftet.
Der Nachhaltigkeitsanspruch geht weit über den Weinberg hinaus: 2008 entwickelte Caliterra ein eigenes Messsystem für nachhaltige Praktiken, das 2010 als Grundlage für den nationalen chilenischen Nachhaltigkeitskodex der Weinindustrie übernommen wurde. 2017 war Caliterra das erste chilenische Weingut, das die CarboNZero-Zertifizierung ohne den Zukauf von Kohlenstoffgutschriften erreichte. Weitere Maßnahmen umfassen Wasserrecycling, Erosionsschutz, Aufforstung und Leichtglasflaschen. Das Weingut ist außerdem durch die Wines of Chile Association als nachhaltig zertifiziert.
Colchagua-Charakter in zwei Stillinien
Caliterra produziert zwei klar getrennte Linien. Die Reserva-Weine entstehen aus selektierten Gutsrebflächen im Colchagua-Tal (Rotweine) sowie aus Lagen in Curicó, Maipo und Casablanca (Weißweine) und reifen in französischen und amerikanischen Eichenfässern. Sie stehen für fruchtige, zugängliche Stilistik mit klarem Sortentypus. Die Tributo-Linie — Gran Reserva — hebt einzelne Parzellen hervor und gibt den Rebsorten mehr Tiefe und Textur: länger am Holz, stärker auf Terroir-Ausdruck ausgerichtet. Carmenère, Chiles eigene Identitätsrebsorte, nimmt dabei eine besondere Rolle ein. Trinktemperatur für die Rotweine: 16–18 °C.