Vom Dreihektar-Betrieb zur Referenzadresse der Südsteiermark
Die Geschichte von Tement beginnt 1959, als Josef Tement senior die ersten zwei Hektar Rebfläche in den Lagen Zieregg und Grassnitzberg bewirtschaftete. Nach seinem frühen Tod übernahm sein Sohn Manfred 1976 den Betrieb — damals gerade sechzehn Jahre alt, mit wenigen Hektar rund ums Haus und keinerlei Spielraum für Fehler. Was als Notwendigkeit begann, wurde zur Antriebskraft: Manfred erkannte früh das Potenzial von Sauvignon Blanc und Morillon in den kalkgeprägten Steillagen der Südsteiermark, setzte konsequent auf Qualität statt Menge und machte die Ried Zieregg zum Aushängeschild einer ganzen Region. 1986 gehörte er zu den Gründern der STK — Steirische Terroir & Klassikweingüter —, einer Qualitätsinitiative, die dem südsteirischen Weißwein internationale Sichtbarkeit verschaffte. Heute führen seine Söhne Armin und Stefan sowie Schwiegertochter Monika das inzwischen auf rund 100 Hektar gewachsene Familienweingut in dritter Generation weiter.
Biodynamie auf Steilhang: Handarbeit als Grundprinzip
Armin Tement stieß 2005 zum Betrieb und trieb die ökologische Wende voran: Die Umstellung auf biologischen Weinbau begann schrittweise, bis 2018 war die gesamte Fläche bio-zertifiziert. Seit 2022 bewirtschaftet Tement alle Lagen vollständig biodynamisch — als Mitglied des Demeter-Verbands und der respekt-BIODYN Gruppe, einer der strengsten biodynamischen Zertifizierungen im europäischen Weinbau. Im feuchten Klima der Südsteiermark ist das alles andere als selbstverständlich. Gelesen wird ausschließlich von Hand, was auf den steilen Hängen des Zieregg enormen körperlichen Einsatz bedeutet. Im Keller arbeitet das Team lagenspezifisch: Spontangärung, schonender Ausbau in Fässern und Tanks, kleinteilige Kellerlagerung nach Rebsorte und Herkunft. Das 1999 in den Hang integrierte Kellergebäude am Zieregg regelt Temperatur und Luftfeuchtigkeit ausschließlich durch seine Architektur — ohne technische Klimatisierung.
Mineralität, Kalk und die Kraft des Terroirs
Sauvignon Blanc bleibt das Leitthema: Rund zwei Drittel der Gesamtfläche sind damit bepflanzt, verteilt auf Lagen mit grundverschiedenen Böden — Korallenkalk, Muschelkalk, Mergel, Sand und Schiefer. Das Klassifizierungssystem der Südsteiermark DAC unterteilt die Weine in Gebiets-, Orts- und Riedenweine; die Top-Lagen Zieregg, Grassnitzberg Riff und Sulz tragen den Status Große oder Erste STK Ried. Neben dem Sauvignon Blanc zeigt Tement mit Morillon (Chardonnay) und Weißburgunder, wie eigenständig diese Rebsorten auf südsteirischem Kalk wirken: mineralisch, strukturiert, mit Tiefe ohne Schwere. Der Blaufränkisch a´Kira ergänzt das Sortiment um einen charaktervollen Roten aus dem Weinland — kantig und substanziell, weit entfernt vom gefälligen Mainstream. Bei Vinoscout findest du eine Auswahl, die vom zugänglichen Kalk & Kreide bis zu den lagenspezifischen Weinen die gesamte Bandbreite des Tement-Stils abbildet.