Von der Rajamäki-Quelle in die Welt: 135 Jahre Brenngeschichte
Die Geschichte von Finlandia beginnt nicht 1970, sondern bereits 1888 — als Dr. Wilhelm Juslin eine Brennerei neben einer Gletscherquelle im kleinen Dorf Rajamäki, rund 45 Kilometer nördlich von Helsinki, gründete. Die Lage war kein Zufall: Das Wasser, das hier aus dem Boden tritt, ist seit der letzten Eiszeit durch Moränengestein gefiltert worden und braucht keinerlei chemische Aufbereitung. Nach dem finnischen Prohibitionsgesetz von 1920 übernahm der Staat die Anlage, und als das Gesetz 1932 aufgehoben wurde, behielt die Republik die exklusive Kontrolle über die Wodkaproduktion. 1970 gründete Alko, das staatliche Spirituosenunternehmen, auf dieser Basis die Marke Finlandia — und ein Jahr später war sie der erste skandinavische Wodka, der als Premiumimport in den USA vermarktet wurde. Seit 2004 gehört die Marke zum amerikanischen Spirituosenkonzern Brown-Forman, wird heute von Coca-Cola HBC vertrieben und an denselben historischen Standorten hergestellt, die teilweise unter Denkmalschutz stehen.
Zwei Standorte, ein Prozess: Gerste, Gletscherwasser, 200 Destillationsschritte
Die Produktion verläuft in zwei klar getrennten Schritten. Im westfinnischen Koskenkorva wird die sogenannte Suomi-Gerste — eine sechszeilige Sommergerste, die unter der Mitternachtssonne reift und dadurch einen besonders hohen Stärkegehalt entwickelt — in sieben Kolonnen mit einem kontinuierlichen Mehrdruckverfahren über mehr als 200 Destillationsschritte zu einem neutralen Getreidedestillat mit 96,5 % vol. verarbeitet. Der gesamte Vorgang dauert über 50 Stunden. Anschließend wird der Rohspirit nach Rajamäki transportiert, wo er mit dem Quellwasser der Rajamäki-Gletscherquelle auf Trinkstärke gebracht und abgefüllt wird. Dieses Wasser — seit über 10.000 Jahren durch eiszeitliche Moränen gefiltert — enthält keine künstlichen Aufbereitungsschritte: keine Deionisierung, keine Umkehrosmose. Das unterscheidet Finlandia von einem Großteil der globalen Wodkaproduktion.
Dass die Marke dabei konsequent auf Nachhaltigkeit setzt, ist kein nachträgliches Marketing: Über 3.000 Hektar Wald rund um die Rajamäki-Quelle stehen unter Schutz, die Produktionsstätte ist nach ISO 14001 zertifiziert, und die Nebenprodukte der Destillation — von der Gersten-Maische bis zu den Spelzen — werden als Tierfutter oder zur Energiegewinnung weiterverwendet. Die Recycling- und Verwertungsquote liegt bei 99,9 %.
Klarer Stil, breites Spektrum: was Finlandia im Glas bedeutet
Der klassische Finlandia Vodka (40 % vol.) ist trocken und klar strukturiert: ein neutrales Aromenprofil mit feinen Getreideunterton, seidiger Textur und sauberem, kurzem Abgang ohne Schärfe. Genau diese Neutralität macht ihn zur verlässlichen Basis für Cocktails — vom klassischen Wodka Martini über Moscow Mule bis zum Espresso Martini — aber auch zum pur gekühlten Trinken bei rund -18 °C tauglich. Neben dem Klassiker umfasst das Sortiment aromatisierte Varianten mit nordischen und fruchtigen Zutaten — Cranberry, Grapefruit, Limette — sowie Abfüllungen mit reduziertem Alkoholgehalt. Allen gemeinsam ist der identische Rohstoffrahmen: finnische Gerste, Gletscherwasser, keine künstlichen Zusatzstoffe.