Von Cupramontana in die Welt: die Geburt einer Marke
Fazi Battaglia wurde 1949 im marchigianischen Cupramontana gegründet — zunächst als Zusammenschluss der beiden namensgebenden Familien, bevor der Unternehmer Francesco Angelini das Weingut übernahm und ihm seine entscheidende Prägung gab. Angelini, in der Region als Vordenker bekannt, setzte schon früh auf eine Rebsorte, die damals kaum jemand kannte: Verdicchio. 1953 schrieb er einen Designwettbewerb aus, um dem Wein ein unverwechselbares Gesicht zu geben. Der Architekt Antonio Maiocchi gewann mit einem Entwurf, der die Form antiker etruskischer Amphoren aufgriff — jene geschwungene Flasche, die in Amerika bald den Spitznamen „die Sophia Loren" trug und Fazi Battaglia international bekannt machte. 1956 zog das Weingut in einen größeren Betrieb nach Castelplanio um, wo es bis heute seinen Sitz hat. Heute führt die Familie Angelini das Unternehmen in ihrer Rolle als Teil von Angelini Wines & Estates weiter, mit dem erklärten Anspruch, die Identität des marchigianischen Weinbaus zu bewahren und zugleich neue Wege zu gehen.
130 Hektar, eine Rebsorte, kein Kompromiss
Was Fazi Battaglia von den meisten Weingütern dieser Größe unterscheidet, ist die konsequente Fokussierung auf eine einzige Denomination: 130 Hektar Verdicchio dei Castelli di Jesi Classico, verteilt auf sorgfältig ausgewählte Lagen in den Hügeln der Castelli di Jesi. Darunter ein 24 Hektar großer Weinberg in Amphitheaterform oberhalb von Cupramontana, auf mehr als 400 Metern Höhe, ursprünglich 1967 gepflanzt und 2005 neu bestockt. Die Böden wechseln in Zusammensetzung und Exposition von Lage zu Lage — ein Spektrum, das der Kellerei erlaubt, unterschiedliche Ausdrucksformen des Verdicchio herauszuarbeiten.
Im Keller verbindet Fazi Battaglia klassische Kellertradition mit moderner Technik. Der Titulus, das bekannteste Cuvée des Hauses, wird handgelesen, schonend gepresst und kalt vergoren — anschließend reift der Wein vier Monate auf der Hefe, was ihm Textur und Substanz verleiht, ohne die Frische der Rebsorte zu überlagern. Für die Rotweine des Hauses — darunter Sangiovese und Montepulciano — kommt Reifung in Eichenholzfässern zum Einsatz.
Verdicchio als Programm: was die Weine von Fazi Battaglia ausmacht
Verdicchio ist eine der wenigen weißen Rebsorten Italiens mit echter Lagerfähigkeit — nicht ohne Grund wird sie gelegentlich als „weißer Barolo der Marken" bezeichnet. Fazi Battaglia hat diese Sorte über Jahrzehnte geprägt und ihr Potenzial systematisch herausgearbeitet: natürlich hohe Säure, ausgeprägte Mineralität, ein leichter Grünschimmer im Glas, der dem Namen seinen Ursprung gibt (verde, grün). Der Titulus zeigt im Glas frische Aromen von grünem Apfel, Zitrusschale und weißem Pfirsich, dazu eine salzige, vom Adriawind geprägte Note im Abgang — ein Stil, der Verdicchio als eigenständige internationale Sorte positioniert, nicht als regionalen Nischenakteur. Wer Fazi Battaglia ins Regal legt, bekommt einen Wein, der zu Fischgerichten aus der Adria, zu hellem Fleisch oder kräftigem Hartkäse ebenso funktioniert wie als gradliniger Aperitif zum Auftakt eines Abends.