Das Château · Frankreich

Château Haut-Bailly

Château Haut-Bailly gehört zu den großen Adressen der Appellation Pessac-Léognan – und das seit Jahrhunderten. Das Weingut liegt auf einem zusammenhängenden Terroir aus Kies, Sand und Ton, dessen s... Weiterlesen Weniger lesen

Château Haut-Bailly gehört zu den großen Adressen der Appellation Pessac-Léognan – und das seit Jahrhunderten. Das Weingut liegt auf einem zusammenhängenden Terroir aus Kies, Sand und Ton, dessen sanfte Hanglagen für natürliche Drainage sorgen. Der fossile Untergrund aus marinen Sedimenten bringt eine charakteristische Frische in die Weine.

Im Herz des Guts wachsen hundertjährige Reben, die dem Château Haut-Bailly seine unverwechselbare Tiefe geben. Vinifiziert wird parzellengenau in rund dreißig Betonbehältern – Technologie im Dienst des Terroirs, nicht umgekehrt. Das Ziel: Frucht erhalten, seidige Tannine extrahieren, Eleganz und Präzision in jedem Jahrgang.

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Über Château Haut-Bailly

Vom Weinberg der Le Baillys zum Cru Classé de Graves

Die Wurzeln von Château Haut-Bailly in Léognan reichen bis ins Mittelalter, denn Reben sind hier urkundlich lange belegt. 1630 kam das Gut an den Pariser Bankier Firmin Le Bailly, der ihm seinen Namen gab. 1736 übernahm der Ire Thomas Barton, dessen Handelsnetz den Ruf des Weins in England und Irland verbreitete. Im späten 19. Jahrhundert prägte Alcide Bellot des Minières das Gut. Unter ihm entstand 1872 das Château, und er pflanzte Reben, die heute noch stehen. 1953 wurde Haut-Bailly als Cru Classé de Graves klassifiziert.

1955 kaufte der belgische Weinhändler Daniel Sanders das heruntergekommene Gut. Nach einem Frost im ersten Jahr waren zwischen 1959 und 1962 große Neupflanzungen nötig. 1979 übernahm sein Sohn Jean. Seit 1998 gehört Haut-Bailly der Familie des amerikanischen Bankiers Robert G. Wilmers, der 2017 starb. Seine Familie führt das Gut weiter, Chris Wilmers ist Chairman. Seit 2000 leitet Véronique Sanders aus der Gründerfamilie von 1955 das Gut als Generaldirektorin.

Handlese, Parzellen und 120 Jahre alte Reben

Das Weingut liegt auf einem der höchsten Punkte der Appellation. Oben auf dem Boden liegen Sand und Kies, darunter Ton, Kalkstein und Falun, ein Gestein aus fossilen Meeresablagerungen. Der Kies sorgt für natürliche Drainage. Im Zentrum des Guts steht eine Parzelle von rund vier Hektar mit mehr als 120 Jahre alten Reben. Auf ihr wachsen sechs Sorten gemischt: Cabernet Sauvignon, Merlot, Cabernet Franc, Malbec, Petit Verdot und Carmenère.

Die Trauben werden von Hand gelesen, jede Parzelle zu ihrem eigenen Zeitpunkt. So kommen früh reifender Merlot und spät reifender Cabernet jeweils zum richtigen Moment in den Keller. Vinifiziert wird parzellenweise in Betonbehältern. Technischer Direktor Gabriel Vialard verzichtet seit seiner Ankunft 2002 auf kalte Vorgärung, Délestage und Unterstoßen. Die Extraktion bleibt dadurch sanft. Danach reift der Wein 16 bis 18 Monate in französischen Barriques aus sechs Küfereien. Seit 2020 gibt es einen neuen Keller, der sich in die Konturen des Geländes einfügt und energieeffizient arbeitet.

Reiner Rotwein mit Eleganz statt Wucht

Haut-Bailly erzeugt, anders als die meisten Güter der Graves, ausschließlich Rotwein. Der Grand Vin besteht zu etwa 60 % aus Cabernet Sauvignon und zu rund einem Drittel aus Merlot. Dazu kommen kleine Anteile Cabernet Franc und Petit Verdot. Der Stil setzt auf Finesse, seidige Tannine und Präzision statt auf Kraft. Das gilt auch für kühlere und heißere Jahrgänge.

Neben dem Grand Vin gibt es mit La Parde de Haut-Bailly einen Zweitwein, den das Gut seit 1967 erzeugt. Dazu kommt ein Rosé aus reinem Cabernet Sauvignon in kleiner Menge. Wenn du einen klassischen Pessac-Léognan suchst, der Struktur mit Eleganz verbindet, bist du bei diesem Château richtig. Er passt zu Entrecôte, Lammkarree oder gereiftem Hartkäse.

Château Haut-Bailly —
Pessac-Léognan mit Samthandschuh

Seit 1872 in Léognan verwurzelt, seit 1998 in den Händen der Familie Wilmers. Haut-Bailly gilt als einer der zugänglichsten Grands Crus Classés de Graves — weniger Tannin-Wucht, mehr Seidigkeit. Der Cabernet Sauvignon dominiert, doch es ist die Textur, die bleibt.