Von der Familienreserve zur Ikone des Brandy de Jerez
Die Geschichte von Cardenal Mendoza beginnt im Herzen von Jerez de la Frontera — einer Stadt, die seit Jahrhunderten für ihre Sherryweine weltberühmt ist. Hinter dem Brandy steht das Haus Sánchez Romate Hermanos, dessen Wurzeln bis ins ausgehende 18. Jahrhundert reichen. Gegründet von Juan Sánchez de la Torre, einem Weinhändler der Aufklärungszeit, wuchs das Unternehmen über Generationen zu einer der wenigen Bodegas, die bis heute in spanischem Familienbesitz verblieben ist. Den entscheidenden Schritt machte die vierte Generation: 1887 begannen die Sánchez Romate damit, einen Brandy ausschließlich für die Familie und einen engen Freundeskreis zu destillieren. Die Qualität sprach sich schnell herum — und aus der privaten Reserve wurde eine Marke. Der Name ist Programm: Er ehrt Don Pedro González de Mendoza (1423–1495), Kardinal und Staatsmann, der als Fürsprecher von Christoph Kolumbus vor den Katholischen Königen gilt.
Solera, Criaderas und die Geduld des Kellermeisters
Brandy de Jerez ist eine geschützte Ursprungsbezeichnung — und Cardenal Mendoza steht in ihrer höchsten Kategorie, der Solera Gran Reserva. Die Basis bilden sogenannte Holandas: Weinbrand, der langsam und schonend in traditionellen Kupferbrennblasen (Alquitaras) aus Airén-Trauben destilliert wird. Bevor dieser Rohbrand in das Reifesystem eintritt, lagert er mindestens drei Jahre. Danach beginnt das eigentliche Herzstück: das Solera-und-Criaderas-System, das aus acht Ebenen amerikanischer Eichenfässer besteht — sieben Criaderas und eine Solera. Jede Ebene fasst im Schnitt 400 Fässer, die zuvor mit Oloroso- und Pedro-Ximénez-Sherry belegt wurden. Dieses Einweihen der Fässer ist kein nebensächliches Detail: Es ist der Grund für die typischen Aromen von Trockenfrüchten, Walnuss und dunkler Würze, die den Brandy durchziehen. Beim sogenannten Saca wird maximal ein Drittel jedes Fasses entnommen und durch jüngeren Brandy aus der nächsthöheren Criadera aufgefüllt — ein kontinuierlicher Kreislauf, der Brandys verschiedener Reifestufen permanent miteinander vermählt und so Stilkontinuität über Jahrzehnte sichert.
Ein Sortiment, das Tiefe zeigt — vom Clásico bis zur Carta Real
Das Flaggschiff ist der Clásico: ein Solera Gran Reserva, der im Schnitt 15 Jahre in Oloroso- und Pedro-Ximénez-Fässern reift. Im Glas tiefdunkles Mahagoni, in der Nase gedörrte Pflaume, Rosinen und ein Hauch geröstete Nuss, am Gaumen rund und warm mit langem Abgang — pur in einer großen Schwenker-Kuppelform oder zu dunkler Schokolade mit mindestens 60 % Kakaoanteil. Mit der Carta Real geht Sánchez Romate einen Schritt weiter in Richtung Komplexität und Reife: längere Fasszeit, dichter strukturierter Charakter. Ergänzt wird das Portfolio durch den Nebulis, der rauchigere, charakterstärkere Noten ins Spiel bringt, sowie durch limitierte Auflagen wie die Elements Edition, die handwerkliche Sorgfalt mit gestalterischem Anspruch verbindet. Was alle Abfüllungen eint: die Konsequenz des Solera-Systems, das keinen Jahrgang kennt, dafür aber eine unverwechselbare Handschrift, die seit 1887 dieselbe geblieben ist.