Von der Backstube in Alba zum Familienbetrieb in fünf Generationen
Antica Torroneria Piemontese geht auf Giuseppe Sebaste zurück, der 1885 in Grinzane Cavour — einem kleinen Ort im Herzen der Langhe, sechs Kilometer von Alba entfernt — seinen ersten Betrieb gründete. Der Ausgangspunkt war eine schlichte Erkenntnis: Giuseppe, damals Lehrling in einer albesischen Konditorei, erkannte früh das Potenzial des Torronehandwerks. Weil Mandeln in Piemont kaum zu beschaffen waren, ersetzte er sie durch die Nocciola Tonda Gentile delle Langhe — und schuf damit den sogenannten Torrone sfrisà, eine mürb-friable Variante, die mit dem harten Süditalienischen Nougat wenig gemein hat. Durch die Generationen Oreste und Dario Sebaste wuchs das Unternehmen stetig. 1988 eröffnete die vierte Generation unter Egle Sebaste den heutigen Produktionsstandort in Gallo Grinzane: Die Fläche wuchs dabei von 1 600 auf rund 8 000 Quadratmeter. 1993 übernahm die Familie den Marken-Namen Antica Torroneria Piemontese, der seither das Premiumsegment des Hauses repräsentiert. Heute führt die fünfte Generation das Unternehmen weiter.
Handwerk, das sich dem Produkt unterordnet — nicht umgekehrt
Das Selbstverständnis der Torroneria lässt sich in einem Satz zusammenfassen, den das Unternehmen selbst formuliert: „In Antica Torroneria sind es Menschen, Maschinen und Rhythmen, die sich dem Produkt anpassen — nie das Umgekehrte." Konkret heißt das: Das Torrone-Amalgam wird im Bain-Marie gekocht, langsam und unter ständiger Kontrolle. Die Tartufi Dolci — die schokoladeüberzogenen Trüffelpralinen — ruhen nach dem Mischen eine volle Nacht, bevor sie weiterverarbeitet werden; geformt und geschnitten werden sie einzeln von Hand. Mehrere Mitarbeitende im Betrieb bringen eine über zwanzigjährige Produktionserfahrung mit, und das firmeneigene Know-how geht so weit, dass zentrale Maschinen eigens konstruiert, patentiert und im Haus gebaut werden.
Als Rohstoff steht die Nocciola Piemonte IGP — die Tonda Gentile delle Langhe — im Mittelpunkt aller Rezepturen. Dazu kommen aromatischer Honig, reiner Rohrzucker und Schokolade, alles ohne unnötige Zusatzstoffe. Das Sortiment der Antica Torroneria Piemontese ist bewusst dem Fachhandel vorbehalten: In Italien ausschließlich im qualifizierten Detailhandel erhältlich, werden die Produkte international über auf Fine Food spezialisierte Importeure in Gourmet-Stores vertrieben.
Torrone, Tartufi Dolci und Pistazienbiscotti — das Sortiment der Langhe in Reinform
Das Kernsortiment dreht sich um drei piemontesische Klassiker. Der Torrone erscheint in mürber (friabile) und weicher (morbido) Version, mit Nocciola Piemonte IGP, mit Mandeln oder kombiniert — teils pur, teils in dunkle Schokolade gehüllt. Die Tartufi Dolci, die wohl bekannteste Spezialität des Hauses, werden in verschiedenen Variationen angeboten: Die klassische Mischung bringt die aromatische Tiefe der Langhe-Haselnuss mit dem Bittergeschmack dunkler Kuvertüre zusammen. Ergänzt wird das Angebot durch Gianduja-Schokoladen, Pralinés, die piemontesische Spezialität Cuneesi al Rhum sowie feine Pasticceria — darunter Biscotti al Pistacchio. Alle Produkte teilen dieselbe Herkunftslogik: Die Rohstoffe kommen aus der Region, die Rezepturen stammen aus über einem Jahrhundert Handwerk, und das Endprodukt trägt die Handschrift eines Betriebs, der nie aufgehört hat, seine Süßwaren als Manufakturarbeit zu verstehen.