Vom Quereinstieg zum VDP-Betrieb an der Elbe
Martin Schwarz war ursprünglich kein Winzer aus Familientradition, sondern ausgebildeter Weinbauingenieur. Bevor er sein eigenes Weingut aufbaute, arbeitete er sechzehn Jahre als Kellermeister auf Schloss Proschwitz, dem größten Weingut Sachsens. 2003 begann er, zunächst im Nebenerwerb, gemeinsam mit seiner Partnerin Grit Geißler auf weniger als einem halben Hektar Steillage im Meißner Kapitelberg. Aus dem kleinen Anfang wurde über zwei Jahrzehnte ein eigenständiger Betrieb: Heute bewirtschaften die beiden rund sechs Hektar Rebfläche entlang der Sächsischen Weinstraße, verteilt auf Radebeul, Meißen, Diesbar-Seußlitz und Merbitz.
Seit 2013 keltern Schwarz und Geißler ihre Weine im eigenen Keller – einer historischen Weinmanufaktur aus dem 18. Jahrhundert, direkt an der Elbe in Meißen gelegen. 2022 wurde das Weingut in den VDP aufgenommen, den Verband Deutscher Prädikatsweingüter, und zählt seither zu den anerkannten Betrieben des Anbaugebiets Sachsen.
Steillage, Granit und Handarbeit im Keller
Die Weinberge liegen auf verwittertem Granit, Porphyr und Syenit am rechten Elbufer, während die Lage in Merbitz auf der gegenüberliegenden Seite von kalkhaltigem Pläner geprägt ist. Trockenmauern sichern die Steilhänge, die Nähe zur Elbe sorgt für einen ausgeprägten Wechsel zwischen Tageswärme und nächtlicher Kühle. Die Trauben reifen dadurch langsamer und bauen mehr Extrakt auf. Im Weinberg wie im Keller setzt das Team konsequent auf Handarbeit: schonender Ausbau in neuen und gebrauchten Holzfässern, mit dem Ziel, Lage und Gestein möglichst unverfälscht in den Wein zu übersetzen. Seit 2013 arbeitet Martin Schwarz hauptberuflich im eigenen Betrieb, zuvor lief das Weingut parallel zur Anstellung in Proschwitz. Wo es Sinn ergibt, wird auch experimentiert – etwa mit Nebbiolo als persönlichem Steckenpferd oder in Kooperation mit befreundeten Betrieben für kleine Sonderabfüllungen.
Rieslinge mit Kontur, Burgunder mit Kühle
Im Zentrum des Sortiments stehen Rieslinge aus den Lagen Kapitelberg und Friedstein, ergänzt durch Weißburgunder, Chardonnay, Traminer und Müller-Thurgau. Bei den roten Sorten zeigen Spätburgunder und Blaufränkisch, wie das kühle sächsische Klima Frucht, Würze und eine klare Säurestruktur verbindet – VDP-Kritiker beschreiben den Stil des Hauses als schlank, präzise und geradlinig. Neben den Lagen- und Großen Gewächsen führt das Weingut auch zugänglichere Weine für den unkomplizierten Trinkgenuss, dazu zählt der Schwarz Rot aus unserem Sortiment. Wer sich für die Weine aus Meißen interessiert, bekommt Flaschen, die weniger auf große Geste als auf Handwerk, Boden und die eigene Handschrift zweier Perfektionisten setzen.