Schnapsidee mit Pioniergeist: Wie THE DUKE den deutschen Gin erfand
Im Herbst 2007 saßen die zwei Gründer Maximilian Schauerte und Daniel Schönecker noch als Studenten zusammen und beschlossen, einen hochwertigen deutschen Gin zu schaffen — zu einer Zeit, als der Gin-Markt hierzulande von internationalen Konzernen dominiert wurde. Ein Jahr intensiver Experimente mit Botanicals und Brennverfahren später brachten sie 2008 den Munich Dry Gin auf den Markt: als erster in München hergestellter Gin überhaupt. Die Produktion startete mit einem eigens angefertigten Kupferkessel namens Carl in einem Hinterhof in der Münchner Maxvorstadt, anfangs zu zweit, jeder Schritt von Hand. Die Nachfrage wuchs schneller als der Platz es erlaubte. 2016 zog die Destillerie nach Aschheim vor die Tore Münchens, in ein historisches Backsteingebäude — einst eine Kartoffelbrennerei — wo seither die sogenannte Gläserne Destillerie ihren Betrieb hat: offen für Besichtigungen, Führungen und Verkostungen direkt ab Werk.
Den Namen trägt die Marke in Anlehnung an Herzog Heinrich den Löwen, der 1158 die Stadtgründung Münchens initiierte. THE DUKE ist damit sowohl eine Hommage an die Stadtgeschichte als auch ein Bekenntnis zum Herstellungsort.
Bioqualität, Handarbeit und die Überzeugung, dass gute Rohstoffe nicht verhandelbar sind
Seit 2009 ist THE DUKE offiziell biozertifiziert — alle verwendeten Kräuter und Gewürze stammen ausschließlich aus biologischem Anbau und tragen das EU-Bio-Zertifikat. Das ist kein Marketingversprechen, sondern Betriebsgrundlage: Die Destillerie bezieht ihre Botanicals konsequent aus kontrolliert ökologischer Landwirtschaft, vom unbehandelten Wacholder bis zu den Bio-Zitronen, deren Schalen vor der Mazeration von Hand geschält werden. Auch Abfüllung und Verpackung jeder Flasche erfolgen in Handarbeit. Alle Produkte sind vegan.
Der Herstellungsprozess folgt dem klassischen Gin-Verfahren: Mazeration der Botanicals im Neutralalkohol auf Weizenbasis, anschließend zweifache Destillation im Kupferkessel, zweifache Filtration. Nach der Vermählung mit Wasser ruht der Gin vier bis sechs Wochen, bevor er abgefüllt wird. Neben dem ursprünglichen Kessel Carl arbeitet in Aschheim heute eine größere handgefertigte Brennblase, um den gewachsenen Bedarf zu decken — ohne dass sich an der handwerklichen Grundhaltung etwas verändert hat.
Bayerischer Charakter im Glas: Das Sortiment von THE DUKE
Das Herzstück des Sortiments ist der Munich Dry Gin mit 13 Botanicals: Wacholder, Koriander, Zitronenschale, Angelikawurzel, Ingwer, Lavendelblüten, Kubebenpfeffer und weitere Kräuter bilden das aromatische Fundament. Zwei Botanicals heben ihn aus der Masse heraus — Hopfenblüten und Malz, ein direkter Verweis auf die bayerische Brautradition. Im Glas zeigt sich das als Zitrus und Wacholder im Vordergrund, ergänzt von floralen Lavendelnoten und einer feinen Würze durch Kubebenpfeffer; der Abgang ist lang, getragen von Zitrusfrucht und dem charakteristischen Malzton. 45 % vol., pur oder als Gin & Tonic mit klassischem Indian Tonic.
Neben dem Munich Dry Gin umfasst das Sortiment weitere Gin-Varianten — darunter den auf fünf Botanicals reduzierten Rough Gin, den Wanderlust Gin mit 20 Botanicals sowie Fassreifungs-Editionen in Ex-Bourbon- und Plantation-Rum-Fässern. Dazu kommen LION's Vodka, ein Münchner Kümmel, alkoholfreie Alternativen und eine Likör-Reihe. Wer die Destillerie in Aschheim besucht, kann das gesamte Sortiment in der hauseigenen Bar und im Destillerie-Laden direkt erleben.