Seit 1918: Eine Genossenschaft schreibt Weingeschichte in Patras
Im Jahr 1918 taten sich Weinbauern aus der Region Achaia im Nordwesten des Peloponnes zusammen, um ihre Kräfte zu bündeln – unter einem Namen, der seither Programm ist: Patraiki 1918. Was als landwirtschaftliche Genossenschaft für Öl- und Weinproduktion begann, ist heute eine der ältesten und bekanntesten Weinkooperativen Südeuropas. Über ein Jahrhundert lang haben die Mitgliedsbetriebe ihr Wissen und ihre Weinberge in ein gemeinsames Projekt eingebracht, das fest in der Erde Achaias verwurzelt bleibt. Patras, die drittgrößte Stadt Griechenlands und das wirtschaftliche Zentrum des Peloponnes, bildet dabei den geografischen und kulturellen Anker.
Genossenschaftliches Handwerk auf 46.500 Quadratmetern
Patraiki 1918 betreibt zwei Kellereien – eine in Antheia, eine weitere in Myrtos –, dazu eine Abfüllhalle und große Lagerräume auf einer Gesamtfläche von rund 46.500 m². Die Produktionsanlage ist modern ausgestattet: Beleuchtung, Temperatur und Luftfeuchtigkeit werden präzise geregelt, damit die Weine kontrolliert reifen und die Charakteristika des jeweiligen Jahrgangs erhalten bleiben. Die Trauben stammen ausschließlich aus Weinbergen der Mitgliedsbauern in der Region Achaia – mehr als 20 Hektar, bewirtschaftet von Winzern, die ihre Böden seit Generationen kennen. Dieses genossenschaftliche Modell sichert nicht nur die Qualität des Rohmaterials, sondern hält auch die landwirtschaftliche Struktur einer Region lebendig, die seit der Antike für ihren Weinbau bekannt ist.
Das Ergebnis dieser Arbeit findet in Griechenland und international Abnehmer: Jährlich verlassen über eine Million Weinflaschen sowie hunderttausende weitere Gebinde die Kellereien in Patras – eine Zahl, die das Gewicht dieser Genossenschaft im griechischen Weinhandel unterstreicht.
Roditis, Mavrodaphne und Retsina: das Sortiment der Achaischen Erde
Patraiki 1918 setzt auf Rebsorten, die in der Landschaft um Patras zuhause sind. Roditis, die vorherrschende weiße Sorte der Region, liefert frische, würzige Weißweine mit mediterranem Charakter – auch die Basis für die traditionelle Retsina der Genossenschaft, die mit feiner Kiefernharzwürze und Aromen von Zitrusfrüchten bei 8–10 °C zu Meeresfrüchten und griechischen Vorspeisen passt. Im Zentrum des roten Sortiments steht die Mavrodaphne, eine Sorte, die ausschließlich in bestimmten Lagen des Provinzgebiets Patras gedeiht. Aus ihr entsteht der Mavrodaphne de Patras – ein g.U.-Süßwein mit Aromen von Sauerkirsche, Feige, Zimt und Vanille, gereift in Eichenfässern, mit langem Abgang und vollem Körper. Ergänzt wird das Sortiment durch den Muscat of Patras, ebenfalls ein g.U.-Süßwein aus der autochthonen weißen Muscat-Sorte der Region. Weine, die bei nationalen und internationalen Wettbewerben mehrfach ausgezeichnet wurden – und die zeigen, was über einhundert Jahre kollektives Können in einer der traditionsreichsten Weinregionen Griechenlands hervorbringen können.