Von der deutschen Handelsidee zur kroatischen Destillerie
Die Geschichte von Nimco Brands & Liqueurs beginnt nicht in Kroatien, sondern in Deutschland. Nikola Serdar baute dort zunächst unter dem Namen NIM GmbH ein Spirituosenportfolio auf und brachte 1984 die Julischka — eine Kombination aus Sliwowitz (Pflaumenbrand) und Kruškovac (Birnenlikör) — auf den deutschen Markt, wo sie bald in Ketten wie Metro, Edeka und Rewe gelistet war. Mit diesem Marktwissen im Gepäck gründete er 1994 die kroatische Gesellschaft, die heute das Kernunternehmen der Gruppe bildet. Das Stammhaus in Deutschland wurde später vom Schweizer Unternehmen Levitan übernommen; der kroatische Ableger in Bestovje, einem kleinen Ort nahe Zagreb in der Zagrebačka županija, entwickelte sich dagegen zur eigentlichen Produktionszentrale.
2011 übernahm Nimco mit Pepito und Istra Bitter zwei legendäre Marken des ehemaligen Produzenten Istravino, überarbeitete deren Design und führte sie in einem neuen Erscheinungsbild weiter. 2016 änderte das Unternehmen seinen Namen von Nimcro in Nimco Brands & Liqueurs — ein bewusstes Rebranding mit modernisierter Identität bei gleichbleibender Produktphilosophie.
Rezeptentwicklung, Obstgarten und über 30 eigene Marken
Nimco versteht sich nicht als reiner Abfüller, sondern als vollständiger Markenmacher: Idee, Rezeptur, Flaschendesign und Markenaufbau entstehen unter einem Dach. Auf dem Betriebsgelände in Bestovje befinden sich Produktionsstätte, Bürogebäude, ein hauseigener Obstgarten und ein Kräutergarten — beides direkte Rohstoffquellen für die Likörproduktion. Über 30 patentrechtlich geschützte Produkte wurden in der Unternehmensgeschichte entwickelt; einzelne davon wurden an internationale Spirituosenhäuser verkauft. Recycling ist nach eigenen Angaben fester Bestandteil der Betriebsphilosophie, weil die Natur als zentraler Impulsgeber gilt. Mehr als die Hälfte der Erlöse erwirtschaftet Nimco durch den Export in nordeuropäische Märkte — ein Beleg dafür, dass die Marken weit über Kroatien hinaus Abnehmer finden.
Neue Produkte entstehen nach einem iterativen Prozess: Aromen, Zutaten und Proportionen werden solange angepasst, bis Rezeptur und Flaschendesign als stimmig gelten. Dieser Anspruch an sensorische Richtigkeit vor der Markteinführung zieht sich durch das gesamte Portfolio.
Kroatische Klassiker, Kräuterbitter und internationale Stile
Das Sortiment von Nimco dreht sich im Kern um typisch kroatische Spirituosen. Die Julischka ist dabei das bekannteste Produkt im deutschsprachigen Raum: ein Likör mit 25 % Vol., dessen Charakter aus dem Zusammenspiel von Pflaumenbrand und Birnenlikör entsteht — goldgelb, fruchtig, mit einer klaren Birnen-Pflaumen-Linie. Als eigenständiger Likör steht der Istra Kruškovac für das gleiche Handwerk: natürliche Birnenaromen, gerundete Süße, ein Rezept, das seit Jahrzehnten unverändert geblieben ist. Daneben umfasst das Sortiment Kräuterbitter wie den Pelin Kräuter, Fruchtliköre der Moretto-Linie auf Basis von Kirschen und Heidelbeeren, Honigliköre wie Medica, die istrische Biska sowie Brände unter den Namen Brioni und Marco Polo — und mit Cobalt Vodka und Five Corners Gin auch internationale Stile. Wer kroatische Destillierkunst jenseits der üblichen Sliwowitz-Flasche kennenlernen möchte, findet bei Nimco eine der breitesten Stilpaletten des Landes.