Vom Namensgeberpaar zur piemontesischen Schokoladenadresse
Mandrile Melis wurde 1986 in Fossano gegründet, einer Kleinstadt in der Provinz Cuneo im südlichen Piemont. Der Name ist Programm: Er trägt die Initialen beider Gründer — Giuseppe Mandrile, den Maître Chocolatier, und Maria Antonietta Melis. Den Anfang machte der Cuneese al Rhum, eine Praline mit knusprigem Schokoladenschalenmantel und Rumfüllung, die ihre Wurzeln in der Cuneser Confiserie-Tradition des frühen 20. Jahrhunderts hat. Aus diesem einzelnen Klassiker entstand über die Jahrzehnte ein breites Sortiment, das Fossano als Schokoladenadresse in der Region verankerte. Im Sommer 2018 übernahm die Gruppo TCN aus Alba das Unternehmen — dieselbe Unternehmensgruppe, die auch hinter der traditionsreichen piemontesischen Dolciumi-Marke Galup steht. Die Übernahme sicherte Produktionsbetrieb und Belegschaft in Fossano; Rezepturen und Handwerkscharakter blieben erhalten.
Piemontesische Rohstoffe, kontrollierter Handwerksprozess
Das Herz der Produktion schlägt in der Via del Santuario in Fossano, wo Werkstatt und Ladengeschäft unter einem Dach sitzen. Die wichtigste Zutat kommt aus der unmittelbaren Nachbarschaft: die Tonda Gentile Trilobata, die Haselnuss der Langhe-Hügel. Die Chocolatiers rösten und verarbeiten sie selbst — zu samtiger Pasta, feiner Granella oder ganzen Nüssen, je nach Produkt. Für die Crempralinen gilt eine strenge Vorgabe: Nur frische Milch und Eier aus Bodenhaltung fließen in die Patisseriecreme, die unmittelbar vor dem Abfüllen von Hand zubereitet wird. Alkoholhaltige Cremes durchlaufen anschließend eine Ruhezeit von über 96 Stunden bei kontrollierter Temperatur und Luftfeuchtigkeit — damit sich die Aromen des jeweiligen Likörs vollständig entfalten, bevor die Praline ihren Schokoladenmantel erhält. Neue Formen und Rezeptideen entstehen laufend, ohne dass die Grundprinzipien verhandelbar wären: regionale Rohstoffe, handwerkliche Verarbeitung, zeitgemäße Technologie nur dort, wo sie dem Ergebnis dient.
Cuneesi, Pralinen, Tartufi — das Sortiment im Überblick
Das Kernsortiment gliedert sich in mehrere Linien. Die Cuneesi al Liquore — die Gründungspraline des Hauses — gibt es heute in Varianten mit Rum, Grappa, Genepì, Amaretto und Grand Orange: ein knuspriges Schokoladen-Meringe-Gehäuse, innen eine Creme auf Spirituosenbasis. Die Cremepralinen (Praline alla Crema) bestehen aus einer Schale feinster Milch- oder Zartbitterschokolade, gefüllt mit einer breiten Auswahl an Crèmes — mit oder ohne Alkohol. Tartufi aus Haselnüssen und Schokolade, der Basin ëd Fusan (der „Kuss von Fossano", ein Dreischicht-Bonbon aus weißer, Milch- und Zartbitterschokolade) und der Cioccogrissino — ein piemontesischer Grissino in Schokolade — runden das Bild einer Manufaktur ab, die Lokalkolorit wörtlich nimmt. Was du bei uns im Sortiment findest, sind die Pralinen mit und ohne Likörfüllung: zartschmelzend, cremig, mit einer Schokoladenhülle, die den Langhe-Charakter des Hauses auf direktem Weg ins Glas — oder besser: auf die Zunge — bringt.